Wacken 2006
Wacken
Wacken 2006 – oder auch „Irgendwie ist in diesem Jahr alles anders!“
Alles fing schon damit an das die Planungsorgane Dortmund/Haltern sich einfach mal auf eine frühere Abreise geeinigt hatten. Man wollte der Hitze des Tages und den typischen Staus entgehen, indem man sich bereits um 3 bzw. 4 Uhr „on the long way to Wackööön“ begeben wollte. Dies stieß zwar nicht bei allen Teilnehmern der Pilgerfahrt auf Gegenliebe, aber letztendlich konnten alle Gemüter besänftigt werden, die Schlaflosen wurden zu den Fahrern auserkoren und die Kolonne rollte dann auch in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch los gen Norden. Wie üblich traf man sich mit der halben Mannschaft dann auf der A1 und somit zuckelten alsbald 5 Autos über die Bahn.
Und schon auf der Fahrt gab es einige Neurungen die uns eigentlich sofort klargemacht hätten, dass dieses Jahr anders werden würde. Aber mal ehrlich: Wer achtet mitten in der Nacht auf so was? So nahmen wir es einfach als gegeben hin, dass Steffi auf Erdgas unterwegs war und sich auf gewissen Rastplätzen nun selbst reinigende Toiletten befinden, die zwar mit tollen Schildern davon bereichten das man nicht unbedingt ewig auf der sprichwörtlichen Keramik sitzen sollte, aber wenn der Metaller muss dann muss er und fängt nicht erst an zu lesen. Das Umweltbewusstsein (man würde in den kommenden Tagen ja noch genug Müll produzieren), sprich das Erdgasauto wollte sich dann auch gerne vor Wacken noch ein Schlückchen genehmigen, was wiederum dazu führte das wir diesmal schon auf der Hinfahrt! wieder auftankten. Ein Novum das wir ab jetzt beibehalten wollen, denn man kann so doch durchaus mal ein gutes Stückchen Zeit rausholen.
In den Morgenstunden rollten wir dann an einem der wohl berühmtesten Ortseingangsschilder Deutschland vorbei. Da man in den 16 Jahren der Festivalgestaltung wohl festgestellt hat, das Metaller besonders auf metallische Ortseingangsschilder stehen und diese abschrauben, wurde das Schild dieses Jahr vorsorglich aber schon mal gesichert. Nu ja, jedes Jahr so ein Schild kaufen kann aber auch echt mal ins Geld gehen und man hat davon ja so wenig als Veranstalter. Auf dem berühmt berüchtigten Spar Parkplatz (ja da ist jetzt eine andere Kette drin, aber da war immer Spar und es wird auch immer so bleiben, Tradition ist Tradition) trafen wir dann auf die Recklinghäuser Truppe und somit war unsere illustre Campinggesellschaft dann auch mal komplett. Durch grandiose Sperrarbeit von „Opa“ Ralf („hoffentlich zieht der jetzt nicht vor dem Pozilei Wagen raus…“) schafften wir es dann auch alle im Konvoi auf die Hauptverkehrsader des Ortes einzubiegen und konnten so gemeinsam aufs Gelände rollen. Da durften wir dann auch endlich unseren METALBAG!!! in Empfang nehmen. Was auch immer Holger&CO da geritten hat, aber eine bessere Idee an Geld zu kommen, konnten auch wir uns in all den späteren, aus der Bierlaune heraus geborenen Ideen, nicht zusammenbasteln. War es bisher so das sich die Kosten pro Auto bei 20€ bewegten, musste nun ein Jeder 15€ abdrücken um a) die Campinggebühr zu entrichten b) Müllpfand von 5€ zu zahlen, welches man zurückbekommen konnte, doch dazu später mehr und c) den Metalbag zu erwerben. Ob man den Bag nun wollte oder nicht, man musste ihn sich leisten. Auf der einen Seite ist es ja nett das nun auch Leute die ohne Auto anreisen, aber auch gehörige Mengen an Müll produzieren, auch ihren kleinen Obulus entrichten müssen, aber die Metalbag Aktion war dann sagen wir mal vorsichtig „nicht ganz so gelungen“. Im Sack befand sich Krimskrams der größtenteils unnütz war und in Form der Taschenlampe auch teils defekt bzw. ruckzuck im Arsch! Nu ja immerhin war das Cover der Promo-CD ganz nett mit einem Bunny in Schulmädchen Uniform *hüstel* dazu später auch noch mehr. So steuerten die Fahrer über die Wege und die Beifahrer kramten im eben erhalten Turnbeutel rum, wir wollten endlich unser Zelte aufbauen….tja nur wo? In den letzten Jahren konnten wir immer auf den vorderen Plätzen stehen, doch dieses Jahr war es ja bekanntlich anders. Alles war voll! Man lotste uns über Wiesen von deren Existenz nicht mal der Plan etwas wusste und so gelangten wir dann auf ein Stück Grün das in der Fachliteratur unter „Arsch der Welt“ zu finden ist. Da fährt man extra früh los, um auch ja nen guten Platz zu kriegen und was ist: Pustekuchen. Etwas missmutig über den MetalSACK und die Parksituation gestimmt stiegen wir aus den Gefährten (nein nicht die Gefährten aus dem Herrn der Ringe) aus, um uns auf eine kleine Diskussion mit einem der Parkwächter einlassen zu müssen. Der hatte mit professionellem Blick die Anzahl unserer Autos mal grob überschlagen und war dann der Meinung eine Fläche auf die grob 4-5 Igluzelte gepasst hätten, würde für uns ausreichen. Und irgendwie schien er uns nicht so recht zu verstehen als wir ihm etwas von Hauszelten und mehreren Pavillons verkündeten. Sei’s drum, er war es irgendwann leid und wir fingen eh schon an aufzubauen. So einfach kann man Diskussionen beenden. Zudem versuchten gerade irgendwelche Italiener(?) mit ihrem Wagen vollkommen falsch einzuparken, was Mr. Wiesengott und Platzeinteiler dazu veranlasste uns zu verlassen und mit Befehlston in Richtung der Falschparker zu brüllen. Ob er irgendwann rausgefunden hat, dass Leute die der Deutschen Sprache nicht mächtig sind, diese auch nicht verstehen wenn sie gebrüllt wird, konnten wir nicht mehr ergründen.
Zum Aufbau Spaß konnten auch schon so einige Dinge beitragen. Auf der einen Seite die äußerst widerspänstigen Luftmatratzen, die zum Teil unter Einsatz eines hochroten Kopfes trotz Luftpumpe befüllt wurden. Und dann das Hauszelt um nicht zu sagen „Die Villa“ des Herrn Björn und des Herrn Ich. Das Zelt hatten wir vorher recht kostengünstig für lau erstanden und beim Probeaufbau schon mal die Räumlichkeiten aufgeteilt. So hatten wir sowohl ein Schlafzimmer als auch ein Wohnzimmer. Zwar gestaltet sich der Aufbau so einer Häuslichkeit zu zweit nicht unbedingt so einfach, aber irgendwie schafften wir es dann auch mal zu einem festen Dach über dem Kopf zu kommen. Kurzum: Irgendwann stand das Camp und wir konnten das Wetter mal in genaueren Augenschein nehmen. Im Gegensatz zum letzen Jahr war es nur bewölkt und relativ trocken kann man sagen. Die Sonne konnte man wenigstens erahnen und es war auch nicht wirklich kalt. Die Stimmung besserte sich. Vor allem weil nun auch mal endlich die ersten kühlen Getränke gereicht wurden und das erste Fässchen vorgekühlt wurde. Hach ja herrlich, endlich wieder zu Hause!
Anzumerken sei noch das unsere weibliche Belegschaft sich ihr eigenes Scheißhauszelt mitgebracht hatten. Angeblich war es gemütlicher als das Maisfeld, so munkelte man.
So hockten wir also gemütlich in unseren Stühlen und betrachteten das Geschehen um uns herum. Da gab es Zelte, schwarz gekleidete Leute, noch mehr Zelte, noch mehr Leute…und halt was war das? EINE FAHNE DER HORDE??? Ok für nicht World of Warcraft (WoW) Spieler ist das nun nicht so einfach zu erläutern. Sagen wir einfach mal so das es in dem Spiel zwei Parteien gibt und wenn man nu der Seite „Allianz“ angehört und damit Metaller wäre (womit nicht gesagt seien soll das die Allianz besser ist) dann wären die Leutchen der Horde so was wie Hopper und Popper. Ja und genau so etwas saß uns nun quasi direkt vor der Nase, womit aber nicht gesagt sein soll das unsere Campground Genossen nun wirklich Hopper und Popper waren. Doch zu denen später mehr. Denn diese WoW-Geschichte führte bei einigen Mitgliedern der Gruppe dazu, dass sie sich sprachlich von nun an in seltsamen Regionen bewegten. Das wiederum durch die „Allimania“ Filmchen. Der Name „Uschi“ fiel mindestens ebenso oft wie der Satz „Hallo mein Freund“. Mit steigendem Pegel hatten wir so eine Menge Spaß und begannen mit dem, was man so am besten am Mittwoch machen kann: Müll produzieren und selbigen auch reden. Irgendwann war es dann auch mal Zeit sich das Festivalbändchen zu holen und so stiefelten wir los. Den Matsch kannten wir ja schon vom letzen Jahr, das Schuhwerk war fest und es waren irgendwie sau viele Leute da. Apropos Leute, da wollte ich mich doch noch mit einer Forenbekanntschaft (Greetings to Phawkes) treffen. Nein nix weibliches, nur was versoffenes. Nach etwas Herumtelefoniererei „bei welcher Fahne?…ja ne die sehe ich nicht….da ist ne gelbe mit nem LKW dran…“ traf man sich dann endlich auch, ließ sich im fremden Camp mit Goldkrone bewirten und torkelte dann mal in unser Camp. Dort angekommen gab es dann ein weiteres Novum: Vincent – Teddy of Death musste einschreiten. Kevin hatte den finsteren Gesellen zur Freude aller eingepackt und er hatte wahre Wunderkräfte. Denn unser „Gefangener“ Phwakes hatte etwas zu tief ins Glas geschaut in vegetierte mehr auf einem unserer Stühle rum, als das er lebendig war. Nettweise gesellte sich dann Vincent in seine Arme und siehe da. Nach einiger Zeit ging es ihm schon wesentlich besser. Hatte der Teddy wirklich heilende Kräfte? Kevin beteuerte dies sei natürlich der Fall, aber so recht wollten wir ihm nicht glauben.
Der Tag verstrich und es begann zu dämmern. Die mitgeführten Alkoholvorräte verschwanden dieses Jahr äußerst schnell in unseren Körpern, um genau zu in denen von Gig, Björn und mir. Da wurde wild durcheinander Bier, Met, Cidre und bestimmt noch anderes Zeugs getrunken. Dies mag an der Schlaflosigkeit gelegen haben, denn im Prinzip hatten wir bis zu dem Zeitpunkt als Fahrer eh durchgemacht. Steffi begnügte sich mit Met und Whisky, Imke vertraute ganz auf Met, wieder andere nur auf Bier. Der (Stimmungs-)Pegel lag auf jeden Fall teilweise schon auf beachtlichem Niveau, auch wenn es noch nicht mal vollkommen dunkel war. Mitten in der Nacht, die meisten schlummerten schon, kamen dann auch die drei hauptamtlichen Besoffskis auf die Idee: „Komm…wir drehen mal ne Runde um den Platz“. Gesagt getan, wir torkelten los. Weit kamen dann jedoch nicht. Wir entdeckten alsbald ein gar wärmend Feuer in der Nacht und wollten uns dort nur kurz aufwärmen, als plötzlich ein Franke auf uns zusprang. Das er Franke war verriet er uns später, so was sieht man ja nicht direkt, aber er sprach schon irgendwie komisch (oder lag das an unserem Trunkenheitsgrad?). Nu j, der freundliche Gesell stellte schnell fest das wir ohne Speis und Trank waren und lud uns direkt zu selbigen ein. So bekamen wir, als schon wieder der Morgen dämmerte, doch glatt noch Würstchen und Bier spendiert, ein sehr feiner Zug. Wir lauschten dann irgendwelchen Jagdgeschichten und bekamen auch zu hören das die Frankenmannschaft noch eine gewaltige Fleischlieferung für den anbrechenden Tag erwarteten. Gedanklich schmiedeten wir Pläne diesen Hinweis doch mal für einen weiteren Besuch im Frankenlager aufzufassen. Was wir dann aber doch nicht taten.
Ein gewisser Herr Schammler war dann auch der festen überzeugen das da noch irgendwelche Damen gewesen wären, die wir angequatscht hätten/die uns angelabert hätten…wie auch immer, keiner wusste es so genau, nur Herr Schammler war sich da sehr sicher, wir schoben das ganze eher dem „700 Jahre alten Elfenwein“ (siehe Allimania Videos) in die Schuhe. Morgennebel zog über den Feldern auf, die Sonne begann ihren Lauf über das Himmelszelt und wir kamen auf die Idee, dass wir uns ja auch mal ins Bettchen begeben könnten. Was Gig dann auch bei Ankunft im Lager direkt tat, Björn und meine Wenigkeit allerdings nicht. Zum Glück! Denn ohne diesen Morgen würde es die Philosophen Videos nicht geben. Mit Worten kann man eh kaum zusammenfassen was wir da so alles von uns gegeben haben, also einfach in die Videos reingucken, sich dafür schämen das man uns kennt oder sich wegschmeißen vor Lachen.
Angemerkt sei noch, dass von den herbeigekarrten Alkoholreserven, bereits gut die Hälfte vernichtet war und das, wo der eigentliche Festivalteil noch nicht einmal angefangen hatte.
Donnerstag:
Hallo Wacken…hallo Regen! Hatte der Mittwoch uns zum Großteil verschont, war der Folgetag zunächst nicht ganz so gnädig zu uns, was jedoch auch Anlass zu lustigen Wasserspielchen gab. Wie die letzten Kleinkinder rannten Gig und der Ich so zeitweise unter den Pavillons rum (wir wollten ja nicht nass werden) und versuchten den jeweils anderen mit kühlem Regenwasser, das sich auf den Pavillons angesammelt hatte, zu duschen. Und das wars dann aber auch mit Regen, soviel sei hier schon mal verraten. Ja wirklich, es regnete nicht mehr. Wacken war ab Donnerstag Mittag trocken! Dies führte dann auch dazu das die Hasen ihre Zelte verließen. Ja die Hasen, eine Sache die uns ab Donnerstag Morgen/Mittag für den Rest des Festivals nicht mehr loslassen sollte. So hatten es sich doch ein paar nett anzuschauende Damen in unserer Sichtweite breit gemacht. Auch ein Umstand der durch die diesjährige „Andersartigkeit“ des WOA gegeben war: Es waren überdurchschnittlich viele, nett anzuschauende Mädels unterwegs. Ja und so wurde dann Hasen-TV geboren. Dies war der erste „Fernsehsender“ den wir in Wacken empfangen konnten. Dabei ging es darum das irgendwer, irgendwo, irgendwelche Weibchen (Hasen/Bunnies) entdeckte, dies der Gruppe mitteilte und in Sekundenschnelle alle (na gut meist nur die männlichen Mitglieder) wie die Erdmännchen unter den Pavillons standen und den Hasen bei ihrem Treiben zusahen. Dummerweise gabs immer mal Bildstörungen in Form von Zelten, dass ist nächstes Jahr hoffentlich besser. Auf jeden Fall hatten wir einen Heidenspaß. An dieser Stelle sei noch angemerkt das seltsamerweise Herr E. an diesem Morgen eher den Federn entschlüpft war als Herr Sch.. Auch ein absolutes Novum, wo Herr E. es sonst eigentlich immer schafft am längsten mit seiner LuMa zu kuscheln. Der kleine Herr E. hatte auf jeden Fall an diesem Morgen nur auf Zombie-Mode geschaltet und war irgendwie nicht ansprechbar…hatte wohl am Mittwoch Wasser oder Milch getrunken, wir wissen es nicht.
Weiter im Text mit Hasen-TV. Insbesondere Gig, Björn, Opi und meine Wenigkeiten waren von dem Sender mal ganz arg begeistert. Es sei auch noch angemerkt das gerade unser Ralf am Donnerstag wieder mal die Last des Alters ganz besonders spüren sollte, denn er wurde mit einem weiteren Jährchen auf dem Buckel gesegnet. „Häbbiii Bööörsdeiii tuuu Juuuhhhh“ und alle sangen mit.
Irgendwann lief dann jedoch nix mehr im TV, also guckten wir dumm in der Gegend rum und immer wieder viel unser Blick auf DIE HORDE!. Wir begannen zu grübeln: Sind das nicht die Leutchen die letztes Jahr die LuMa so dick aufgeblasen haben? Sind das nicht die Leute von Tanga-Hill (2005 waren neben uns Leute mit nem Tanga am Flaggenmast…sprich an ner Angel)…wir grübelten. Irgendwann stolperte dann meine Wenigkeit durch die Zeltschnüre zum Maisfeld um mal eine weitere Stange Wasser in den ausgedörrten Boden zu stecken und auf dem Rückweg hielt ich die Ungewissheit nicht mehr aus. „Seid ihr nicht Diejenigen welche…“ Und siehe da…oh welch Zufall…oh Schicksal…oh großes Staunen…oh große Freude: irgendwie haben wir es geschafft unter 60.000 (oder inoffiziel über 80.000) Menschen ausgerechnet genau neben den Selben Leuten zu campen wie im Jahr zuvor. Die Verwirrung war groß, die Freude noch größer und schwupps saß man zusammen. Man schwelgte in Erinnerungen und tauschte Erfahrungen aus. Erstaunlich auch das unsere Nachbarn auch noch aus Dortmund kamen. Zufälle können kaum größer sein. Schnell ging es dann auch um WoW, ein Thema bei sich insbesondere „der Lange“ hervortat und mit seinen Weisheiten, geprägt durch Perno, zum Besten gab. Irgendwie hatten sich dir Hordler es auch angewöhnt ihre leeren Flaschen mit dem Hals nach unten in den Boden zu stecken, was bei uns wieder wilde Spekulationen über besoffene Maulwürfe auslöste.
Neben jenem freudigen Wiedersehen brachte der Donnerstag jedoch auch noch mehr. So bekam auch unser Campground netterweise mal Dixis spendiert und was für welche. Im Regelfall haben Dixis ja den Nachteil das man, wenn man nicht gerade der erste Besucher ist, leider visuell sehr genau daran erinnert wird, was der vorherige Besucher des Scheißhauses so getrieben hat. Nicht so aber in diesem Jahr. Die Hütten waren mit einer Vorrichtung ausgestattet die dafür sorgte, dass die verrichteten Geschäfte aus den Augen und aus dem Sinn in einen Tank/Behälter oder halt einfach in eine Sammelvorrichtug befördert wurden. So erinnerte lediglich der typische Dixi Geruch daran, dass man sich auf einem Festival befand. Das war mal was. Wo wir zunächst auf Grund unserer Nähe zum Maisfeld und der Entfernung zu den nächsten Dixis, doch glatt anfingen zu grübeln ab es nicht doch besser sei den Bauern beim düngen der Felder zu helfen (nein Mais aus Wacken sollte man echt nicht essen), wurde dem Denkprozess so schnell ein Riegel vorgeschoben und wir erfreuten uns an der Innovation in Sachen Fäkalienbeseitigung.
Schönes Rumgammeln hin oder her, irgendwann war es dann aber auch mal zeit Richtung Gelände aufzubrechen um mal zu gucken was da an Musik zelebriert wird. An diesem Abend sollten ja noch die Scorpions auftreten und da wollten wir zumindest mal einen Blick drauf werfen. Die Erfahrung des kleinen Trupps um Dennis, Björn und meine Wenigkeit sah dann so aus: Früh hingehen weil es womöglich voll wird, erst mal einen Blick auf Transylvanian Beat Club werfen, feststellen das dieses W.E.T. Stage Zelt einfach viel zu klein ist und das man nix sieht wenn man nicht schon ne Stunde vor Beginn da ist, dann Richtung Mainstage, nach grob 3 Lieder von Michael Schenker flüchten weil man das Gekreische und ständige Sologeschrabbel einfach nicht ertragen konnte. So saßen wir also weiter vor dem Zelt oder bei der Horde rum. Nur unser Sebastian hielt es tapfer auf dem Gelände aus, sah alle Bands an diesem Tag und konnte uns somit später berichten, dass wir nichts verpasst hatten. Na das ist doch auch was. Ist halt wirklich blöd wenn man so weit vom Gelände entfernt campen muss, da muss man sich auch schon sehr genau überlegen wen man sich angucken will und ob man nicht auch mal auf dem Gelände bleibt, auch wenn da gerade nur Mucke läuft die man nicht so sonderlich doll findet. Interessantes war noch beim Verhalten von Opi zu beobachten. So pendelte er immer zwischen unserem Camp und einem ominösen „Camp der Dortmuder“ hin und her. Und es begab sich auch, dass er irgendwann wie eine Gazelle durch die Pavillons sprang, etwas von „ich kriege gleich mein Geschenk“ aus seiner Kehle trällerte, dann im Auto wühlte und, erneut trällern und springend, wieder verschwand. Nu ja so sind sie halt die älteren Herren, man muss sie einfach lieb haben. So verging dann auch ein Donnerstag, die Nacht brach herein, irgendwann krochen auch die letzten Leutchen ins Zelt, deren Nachnamen komischerweise alle mit Sch. anfangen und es durfte geratzt werden.
Freitag:
Zwar ist man in Wacken auf dem Land, doch wird man selten vom Hahnenschrei geweckt. Meist ist es laute Musik der Nachbarn und wenn die gerade nicht verfügbar ist, hört man Opi und Sebastian durchs Lager schleichen. Ein Grund also sich aus den Federn zu erheben, drei Schritte zu machen, sich in den Liegestuhl fallen zu lassen und den Becher unter das Fass zu halten. Morgenstund hat Bier im Mund. In unserem Falle hieß dies an jenem Morgen jedoch Weizen! Irgendwie hatte sich ein Weizenfass zu unseren Bieren gesellt. Zunächst wunderten wir uns über die etwas seltsame Farbe, dann über den seltsamen Geschmack und im Laufe des Tages kam dann schlauerweise auch jemand auf die Idee nachzulesen was denn da gekauft wurde. Aber alles halb so wild, man konnte es irgendwie trinken. Zudem gabs ja auch noch genug Met. Apropos Met. Durch das goldene, süße Gesöff gesellte sich gleich ein weitere TV-Sender zu unserem Programm: Wespen-TV. Wenn mal gerade auf Hasen-TV nix besonderes lief, konnten wir umschalten zu Dompteur Kevin und seiner Wespenparade. Die schwarz-gelben Insekten waren sehr angetan vom Honigwein und fingen direkt an in selbigem zu baden. Danach torkelten sie dann nur noch so in der Flasche rum. Wir waren begeistert und erneut wurde der Beweis angetreten wie einfach man doch ein paar Metaller erfreuen kann. Erwähnenswert ist noch, das unser Steffi ihre Stimme irgendwo auf dem Festivalgelände verloren hat. ähnlich wie es mir 2004 nach dem Auftritt von Arch Enemy erging, erging es ihr dieses Jahr. Sie konnte sich nur noch krächzend verständigen. Aber da muss man durch. Von der Horde gabs dann noch, für (Frei-)Willige nen ordentlichen Schluck Absinth (mit nem Tropfen O-Saft für die Farbe) und der Tag war gerettet. Erwähneswert auch noch das „der halbe Holländer“ den die Recklinghäuser Belegschaft angeschleppt hatte, es irgendwie fertig brachte, sich ins eigene Fleisch zu schneiden. Erinnerungen an Maniac beim Mayhem Auftritt 2004 wurden geweckt. Und da Schadenfreude ja bekanntlich die schönste eine jene welche ist, bereitete es der versammelten Mannschaft auch ein großes Vergnügen zuzusehen wie er mit schön verbundenem Finger, den Arm stehts in die Höhe gereckt, da auf seinem Stuhl saß.
Bands…
Auf dem Gelände wurde dann, dank unserer Wortakrobaten Gig eine neue Begrifflichkeit geprägt. Nun eigentlich fing alles mit einem Wort an, ein zweites gesellte sich hinzu und schwupps hatte man wider was gelernt. Zunächst wurde der Begriff „riemig“ in die Runde, bestehend aus Gig, Bjrön und mir geworfen. Anhand diverser Hasen wurde dann verdeutlicht was dieses „riemig“ denn nun wohl seien mochte. Für normale Menschen stellt es so eine Art Mittelding zwischen „rattig“ und „geil“ dar. Als zweiten Begriff lernten wir dann „Surge“ kennen, was wiederum irgendwo zwischen „Bunny“ und „Perle“ angesiedelt ist. Ja und es waren viele „riemige Surgen“ unterwegs, dass dürft ihr uns glauben. Aber nicht nur solches Volk lief vor unseren Augen rum, nein wir konnten uns auch andere Adjektivbeschreibungen wie „gut bürgerlich“ einigen. Man hätte uns wohl einfach besser das Bier wegnehmen sollen.
Aber das fällt schwer, wenn man direkt neben einem Bierstand steht, wo auch noch zwei riemige Surgen arbeiten. Da muss man dann einfach mal öfter den goldenen Gerstensaft ordern und ihn schneller vernichten. In unserem Falle hieß die eine Schankmaid Yvonne ´(eigentlich Garda, aber das fanden wir erst Samstag Nacht raus und Yvonne passte aber auch wirklich besser), die andere Bärbel (du geiler Sukkubus – siehe Allimania – wie sie wirklich hieß…keine Ahnung). Während wir uns so die Zeit vertrieben und den Bands lauschten, hatte Ralf doch gleich eine noch bessere Idee. Er entsann sich, dass Frauen grundsätzlich besser aussehen wollen als andere. Ergo startete er einen Contest und bat zich Hasen um ein Foto, damit diese Fotos dann gegen Fotos von Mädels auf anderen Festivals antreten können. Tolle Idee, dummerweise funktioniert der Link zu den Bildern bis heute nicht richtig *grmpf*. Hier mal nur der Ersatzlink zu all den riemigen Surgen, gut bürgerlichen Weibchen und zu den Hasen für den „Welches Festival ist schöner“ Contest.
In der Sommerlichen Hitze (das Wetter war aber auch klasse) kamen wir dann zu einer weiteren, tollen Spielidee: Nassmachen. Tja da kam mal wieder so richtig das Kind im Manne durch. Wenn fließend Wasser in der Nähe ist, muss dieses genutzt werden um seine Mitmenschen daran teilhaben zu lassen. So dauerte es nicht lange und Björn, Gig sowie meiner Einer waren vollkommen durchnässt. Also nix wie zurück zu Yvonne, weiter dem Biere fröhnen und trocknen.
Einer der Hauptacts an diesem Abend und für mich die beste Band des ganzen Festivals, stellten Celtic Frost dar. Einfach geil mit was für einer Wucht die ihre doomigen Klänge herausgeblasen haben. Ein gewisser jemand bekam davon nur nicht ganz so viel mit, weil er sich beim pinkeln etwas eingefangen hatte…um genau zu sein etwas weibliches.
Der Hunger machte sich dann auch irgendwann bemerkbar und so gingen Gig und ich auf Nahrungssuche. Wir fanden einen Chili-Stand der nicht nur verhältnismäßig günstiges und auch richtig geil scharfes Chili anbot, nein dort war die Mucke auch noch so laut, dass man sich kaum unterhalten konnte. Genial, es war fast wie in den alten Zeiten. Heutzutage kann man sich ja vor die Bühne stellen und beinahe noch im normalen Tonfall miteinander reden. Ganz zu schweigen von der Windböenabhängigkeit des Sounds. Es sei auf jeden Fall hier nur angeraten auf dem nächsten Wacken wieder den Chili Stand aufzusuchen, denn vom Preis-Leistungsverhältnis her, gibt es glaube ich kaum eine besere Fressbude. Und mit den neuartigen Dixis ist es auch halb so wild, dass so ein Chili irgendwann auch mal wieder raus will.
Doch zurück zur aktuellen Lage: Ein gewisser jemand in weibl. Begleitung schleppte diese doch glatt in das Zelt, in dem auch ich nächtigen wollte (nein liebe Leser es ist nix gelaufen was erst ab 18 wäre). So musste ich für diese Nacht doch glatt einen Asylantrag bei Gig stellen, den dieser zum Glück annahm und so kam ich zu dem Genuss mal mit jemand anderem das Zelt zu teilen. Irgendwie war Wacken dieses Jahr halt anders.
Nachträglich wurde von Gig dann zu Tage gefördert, dass er die Nacht über wohl ziemlich gut auf meinem Nietengürtel gepennt hat, der alte Fakier. Na das ist doch auch mal was, so ein indisches Massagestudio im Zelt. Nächstes Jahr sollten wir versuchen Geld aus der Sache zu schlagen…
Samstag:
Früh wie immer gings dann raus und ran an die letzten Bierreserven, mit anderen Worten das letzte Fass. Doch was war das??? Nach dem Weizenfass hatten wir nun etwas ganz besonderes: Ein Wasserfass! Na da hat aber jemand ordentlich auf die falschen Knöpfe beim Befüllen gedrückt. Wirklich unfassbar. Lauter durstige Kehlen, dass Fass wird angestochen, kein Zischen dass auf Kohlensäure hindeutet und nur eine klare Flüssigkeit die sich in den Becher ergießt. Jedwede Hoffnungen es könnte Wodka oder Korn sein, wurden dann jedoch nach dem ersten Probeschluck jäh zerstört. So mussten wir unseren Pegel also irgendwie mit Met aufrecht erhalten und uns schnellstmöglich auf den Weg zu Yvonne machen.
…to be continued