We did it again

Wieder ein neues Jahr und wieder ein neuer Rekord. Waren die Karten 2009 in gut 60min ausverkauft und 2010, so weit ich mich erinnern kann, in gut 30min, waren es für 2011 gar nur 16min. Diesmal mit etwas weniger Serverproblemen und wieder hatten wird Glück.

Ganze 7 Karten konnte Franzi ergattern, Lothar hat 8, Ede auch 7 wenn ich es richtig mitbekommen habe und Thorsten auch noch 2.

Man sieht sich also wie immer auf dem Hügel. Nur scheiße das die “Stairway to Heaven” gesperrt seien wird. Aber durch den Trip nach Rumänien sollten zumindest Thorsten, Volker und meiner einer ja “top fit” sein den Hügel hoch zu wetzen.

Wacken Open Air 2006

Wacken 2006

Wacken

Wacken 2006 – oder auch „Irgendwie ist in diesem Jahr alles anders!“

Alles fing schon damit an das die Planungsorgane Dortmund/Haltern sich einfach mal auf eine frühere Abreise geeinigt hatten. Man wollte der Hitze des Tages und den typischen Staus entgehen, indem man sich bereits um 3 bzw. 4 Uhr „on the long way to Wackööön“ begeben wollte. Dies stieß zwar nicht bei allen Teilnehmern der Pilgerfahrt auf Gegenliebe, aber letztendlich konnten alle Gemüter besänftigt werden, die Schlaflosen wurden zu den Fahrern auserkoren und die Kolonne rollte dann auch in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch los gen Norden. Wie üblich traf man sich mit der halben Mannschaft dann auf der A1 und somit zuckelten alsbald 5 Autos über die Bahn.

Und schon auf der Fahrt gab es einige Neurungen die uns eigentlich sofort klargemacht hätten, dass dieses Jahr anders werden würde. Aber mal ehrlich: Wer achtet mitten in der Nacht auf so was? So nahmen wir es einfach als gegeben hin, dass Steffi auf Erdgas unterwegs war und sich auf gewissen Rastplätzen nun selbst reinigende Toiletten befinden, die zwar mit tollen Schildern davon bereichten das man nicht unbedingt ewig auf der sprichwörtlichen Keramik sitzen sollte, aber wenn der Metaller muss dann muss er und fängt nicht erst an zu lesen. Das Umweltbewusstsein (man würde in den kommenden Tagen ja noch genug Müll produzieren), sprich das Erdgasauto wollte sich dann auch gerne vor Wacken noch ein Schlückchen genehmigen, was wiederum dazu führte das wir diesmal schon auf der Hinfahrt! wieder auftankten. Ein Novum das wir ab jetzt beibehalten wollen, denn man kann so doch durchaus mal ein gutes Stückchen Zeit rausholen.

In den Morgenstunden rollten wir dann an einem der wohl berühmtesten Ortseingangsschilder Deutschland vorbei. Da man in den 16 Jahren der Festivalgestaltung wohl festgestellt hat, das Metaller besonders auf metallische Ortseingangsschilder stehen und diese abschrauben, wurde das Schild dieses Jahr vorsorglich aber schon mal gesichert. Nu ja, jedes Jahr so ein Schild kaufen kann aber auch echt mal ins Geld gehen und man hat davon ja so wenig als Veranstalter. Auf dem berühmt berüchtigten Spar Parkplatz (ja da ist jetzt eine andere Kette drin, aber da war immer Spar und es wird auch immer so bleiben, Tradition ist Tradition) trafen wir dann auf die Recklinghäuser Truppe und somit war unsere illustre Campinggesellschaft dann auch mal komplett. Durch grandiose Sperrarbeit von „Opa“ Ralf („hoffentlich zieht der jetzt nicht vor dem Pozilei Wagen raus…“) schafften wir es dann auch alle im Konvoi auf die Hauptverkehrsader des Ortes einzubiegen und konnten so gemeinsam aufs Gelände rollen. Da durften wir dann auch endlich unseren METALBAG!!! in Empfang nehmen. Was auch immer Holger&CO da geritten hat, aber eine bessere Idee an Geld zu kommen, konnten auch wir uns in all den späteren, aus der Bierlaune heraus geborenen Ideen, nicht zusammenbasteln. War es bisher so das sich die Kosten pro Auto bei 20€ bewegten, musste nun ein Jeder 15€ abdrücken um a) die Campinggebühr zu entrichten b) Müllpfand von 5€ zu zahlen, welches man zurückbekommen konnte, doch dazu später mehr und c) den Metalbag zu erwerben. Ob man den Bag nun wollte oder nicht, man musste ihn sich leisten. Auf der einen Seite ist es ja nett das nun auch Leute die ohne Auto anreisen, aber auch gehörige Mengen an Müll produzieren, auch ihren kleinen Obulus entrichten müssen, aber die Metalbag Aktion war dann sagen wir mal vorsichtig „nicht ganz so gelungen“. Im Sack befand sich Krimskrams der größtenteils unnütz war und in Form der Taschenlampe auch teils defekt bzw. ruckzuck im Arsch! Nu ja immerhin war das Cover der Promo-CD ganz nett mit einem Bunny in Schulmädchen Uniform *hüstel* dazu später auch noch mehr. So steuerten die Fahrer über die Wege und die Beifahrer kramten im eben erhalten Turnbeutel rum, wir wollten endlich unser Zelte aufbauen….tja nur wo? In den letzten Jahren konnten wir immer auf den vorderen Plätzen stehen, doch dieses Jahr war es ja bekanntlich anders. Alles war voll! Man lotste uns über Wiesen von deren Existenz nicht mal der Plan etwas wusste und so gelangten wir dann auf ein Stück Grün das in der Fachliteratur unter „Arsch der Welt“ zu finden ist. Da fährt man extra früh los, um auch ja nen guten Platz zu kriegen und was ist: Pustekuchen. Etwas missmutig über den MetalSACK und die Parksituation gestimmt stiegen wir aus den Gefährten (nein nicht die Gefährten aus dem Herrn der Ringe) aus, um uns auf eine kleine Diskussion mit einem der Parkwächter einlassen zu müssen. Der hatte mit professionellem Blick die Anzahl unserer Autos mal grob überschlagen und war dann der Meinung eine Fläche auf die grob 4-5 Igluzelte gepasst hätten, würde für uns ausreichen. Und irgendwie schien er uns nicht so recht zu verstehen als wir ihm etwas von Hauszelten und mehreren Pavillons verkündeten. Sei’s drum, er war es irgendwann leid und wir fingen eh schon an aufzubauen. So einfach kann man Diskussionen beenden. Zudem versuchten gerade irgendwelche Italiener(?) mit ihrem Wagen vollkommen falsch einzuparken, was Mr. Wiesengott und Platzeinteiler dazu veranlasste uns zu verlassen und mit Befehlston in Richtung der Falschparker zu brüllen. Ob er irgendwann rausgefunden hat, dass Leute die der Deutschen Sprache nicht mächtig sind, diese auch nicht verstehen wenn sie gebrüllt wird, konnten wir nicht mehr ergründen.

Zum Aufbau Spaß konnten auch schon so einige Dinge beitragen. Auf der einen Seite die äußerst widerspänstigen Luftmatratzen, die zum Teil unter Einsatz eines hochroten Kopfes trotz Luftpumpe befüllt wurden. Und dann das Hauszelt um nicht zu sagen „Die Villa“ des Herrn Björn und des Herrn Ich. Das Zelt hatten wir vorher recht kostengünstig für lau erstanden und beim Probeaufbau schon mal die Räumlichkeiten aufgeteilt. So hatten wir sowohl ein Schlafzimmer als auch ein Wohnzimmer. Zwar gestaltet sich der Aufbau so einer Häuslichkeit zu zweit nicht unbedingt so einfach, aber irgendwie schafften wir es dann auch mal zu einem festen Dach über dem Kopf zu kommen. Kurzum: Irgendwann stand das Camp und wir konnten das Wetter mal in genaueren Augenschein nehmen. Im Gegensatz zum letzen Jahr war es nur bewölkt und relativ trocken kann man sagen. Die Sonne konnte man wenigstens erahnen und es war auch nicht wirklich kalt. Die Stimmung besserte sich. Vor allem weil nun auch mal endlich die ersten kühlen Getränke gereicht wurden und das erste Fässchen vorgekühlt wurde. Hach ja herrlich, endlich wieder zu Hause!
Anzumerken sei noch das unsere weibliche Belegschaft sich ihr eigenes Scheißhauszelt mitgebracht hatten. Angeblich war es gemütlicher als das Maisfeld, so munkelte man.

So hockten wir also gemütlich in unseren Stühlen und betrachteten das Geschehen um uns herum. Da gab es Zelte, schwarz gekleidete Leute, noch mehr Zelte, noch mehr Leute…und halt was war das? EINE FAHNE DER HORDE??? Ok für nicht World of Warcraft (WoW) Spieler ist das nun nicht so einfach zu erläutern. Sagen wir einfach mal so das es in dem Spiel zwei Parteien gibt und wenn man nu der Seite „Allianz“ angehört und damit Metaller wäre (womit nicht gesagt seien soll das die Allianz besser ist) dann wären die Leutchen der Horde so was wie Hopper und Popper. Ja und genau so etwas saß uns nun quasi direkt vor der Nase, womit aber nicht gesagt sein soll das unsere Campground Genossen nun wirklich Hopper und Popper waren. Doch zu denen später mehr. Denn diese WoW-Geschichte führte bei einigen Mitgliedern der Gruppe dazu, dass sie sich sprachlich von nun an in seltsamen Regionen bewegten. Das wiederum durch die „Allimania“ Filmchen. Der Name „Uschi“ fiel mindestens ebenso oft wie der Satz „Hallo mein Freund“. Mit steigendem Pegel hatten wir so eine Menge Spaß und begannen mit dem, was man so am besten am Mittwoch machen kann: Müll produzieren und selbigen auch reden. Irgendwann war es dann auch mal Zeit sich das Festivalbändchen zu holen und so stiefelten wir los. Den Matsch kannten wir ja schon vom letzen Jahr, das Schuhwerk war fest und es waren irgendwie sau viele Leute da. Apropos Leute, da wollte ich mich doch noch mit einer Forenbekanntschaft (Greetings to Phawkes) treffen. Nein nix weibliches, nur was versoffenes. Nach etwas Herumtelefoniererei „bei welcher Fahne?…ja ne die sehe ich nicht….da ist ne gelbe mit nem LKW dran…“ traf man sich dann endlich auch, ließ sich im fremden Camp mit Goldkrone bewirten und torkelte dann mal in unser Camp. Dort angekommen gab es dann ein weiteres Novum: Vincent – Teddy of Death musste einschreiten. Kevin hatte den finsteren Gesellen zur Freude aller eingepackt und er hatte wahre Wunderkräfte. Denn unser „Gefangener“ Phwakes hatte etwas zu tief ins Glas geschaut in vegetierte mehr auf einem unserer Stühle rum, als das er lebendig war. Nettweise gesellte sich dann Vincent in seine Arme und siehe da. Nach einiger Zeit ging es ihm schon wesentlich besser. Hatte der Teddy wirklich heilende Kräfte? Kevin beteuerte dies sei natürlich der Fall, aber so recht wollten wir ihm nicht glauben.

Der Tag verstrich und es begann zu dämmern. Die mitgeführten Alkoholvorräte verschwanden dieses Jahr äußerst schnell in unseren Körpern, um genau zu in denen von Gig, Björn und mir. Da wurde wild durcheinander Bier, Met, Cidre und bestimmt noch anderes Zeugs getrunken. Dies mag an der Schlaflosigkeit gelegen haben, denn im Prinzip hatten wir bis zu dem Zeitpunkt als Fahrer eh durchgemacht. Steffi begnügte sich mit Met und Whisky, Imke vertraute ganz auf Met, wieder andere nur auf Bier. Der (Stimmungs-)Pegel lag auf jeden Fall teilweise schon auf beachtlichem Niveau, auch wenn es noch nicht mal vollkommen dunkel war. Mitten in der Nacht, die meisten schlummerten schon, kamen dann auch die drei hauptamtlichen Besoffskis auf die Idee: „Komm…wir drehen mal ne Runde um den Platz“. Gesagt getan, wir torkelten los. Weit kamen dann jedoch nicht. Wir entdeckten alsbald ein gar wärmend Feuer in der Nacht und wollten uns dort nur kurz aufwärmen, als plötzlich ein Franke auf uns zusprang. Das er Franke war verriet er uns später, so was sieht man ja nicht direkt, aber er sprach schon irgendwie komisch (oder lag das an unserem Trunkenheitsgrad?). Nu j, der freundliche Gesell stellte schnell fest das wir ohne Speis und Trank waren und lud uns direkt zu selbigen ein. So bekamen wir, als schon wieder der Morgen dämmerte, doch glatt noch Würstchen und Bier spendiert, ein sehr feiner Zug. Wir lauschten dann irgendwelchen Jagdgeschichten und bekamen auch zu hören das die Frankenmannschaft noch eine gewaltige Fleischlieferung für den anbrechenden Tag erwarteten. Gedanklich schmiedeten wir Pläne diesen Hinweis doch mal für einen weiteren Besuch im Frankenlager aufzufassen. Was wir dann aber doch nicht taten.
Ein gewisser Herr Schammler war dann auch der festen überzeugen das da noch irgendwelche Damen gewesen wären, die wir angequatscht hätten/die uns angelabert hätten…wie auch immer, keiner wusste es so genau, nur Herr Schammler war sich da sehr sicher, wir schoben das ganze eher dem „700 Jahre alten Elfenwein“ (siehe Allimania Videos) in die Schuhe. Morgennebel zog über den Feldern auf, die Sonne begann ihren Lauf über das Himmelszelt und wir kamen auf die Idee, dass wir uns ja auch mal ins Bettchen begeben könnten. Was Gig dann auch bei Ankunft im Lager direkt tat, Björn und meine Wenigkeit allerdings nicht. Zum Glück! Denn ohne diesen Morgen würde es die Philosophen Videos nicht geben. Mit Worten kann man eh kaum zusammenfassen was wir da so alles von uns gegeben haben, also einfach in die Videos reingucken, sich dafür schämen das man uns kennt oder sich wegschmeißen vor Lachen.

Angemerkt sei noch, dass von den herbeigekarrten Alkoholreserven, bereits gut die Hälfte vernichtet war und das, wo der eigentliche Festivalteil noch nicht einmal angefangen hatte.

Donnerstag:

Hallo Wacken…hallo Regen! Hatte der Mittwoch uns zum Großteil verschont, war der Folgetag zunächst nicht ganz so gnädig zu uns, was jedoch auch Anlass zu lustigen Wasserspielchen gab. Wie die letzten Kleinkinder rannten Gig und der Ich so zeitweise unter den Pavillons rum (wir wollten ja nicht nass werden) und versuchten den jeweils anderen mit kühlem Regenwasser, das sich auf den Pavillons angesammelt hatte, zu duschen. Und das wars dann aber auch mit Regen, soviel sei hier schon mal verraten. Ja wirklich, es regnete nicht mehr. Wacken war ab Donnerstag Mittag trocken! Dies führte dann auch dazu das die Hasen ihre Zelte verließen. Ja die Hasen, eine Sache die uns ab Donnerstag Morgen/Mittag für den Rest des Festivals nicht mehr loslassen sollte. So hatten es sich doch ein paar nett anzuschauende Damen in unserer Sichtweite breit gemacht. Auch ein Umstand der durch die diesjährige „Andersartigkeit“ des WOA gegeben war: Es waren überdurchschnittlich viele, nett anzuschauende Mädels unterwegs. Ja und so wurde dann Hasen-TV geboren. Dies war der erste „Fernsehsender“ den wir in Wacken empfangen konnten. Dabei ging es darum das irgendwer, irgendwo, irgendwelche Weibchen (Hasen/Bunnies) entdeckte, dies der Gruppe mitteilte und in Sekundenschnelle alle (na gut meist nur die männlichen Mitglieder) wie die Erdmännchen unter den Pavillons standen und den Hasen bei ihrem Treiben zusahen. Dummerweise gabs immer mal Bildstörungen in Form von Zelten, dass ist nächstes Jahr hoffentlich besser. Auf jeden Fall hatten wir einen Heidenspaß. An dieser Stelle sei noch angemerkt das seltsamerweise Herr E. an diesem Morgen eher den Federn entschlüpft war als Herr Sch.. Auch ein absolutes Novum, wo Herr E. es sonst eigentlich immer schafft am längsten mit seiner LuMa zu kuscheln. Der kleine Herr E. hatte auf jeden Fall an diesem Morgen nur auf Zombie-Mode geschaltet und war irgendwie nicht ansprechbar…hatte wohl am Mittwoch Wasser oder Milch getrunken, wir wissen es nicht.

Weiter im Text mit Hasen-TV. Insbesondere Gig, Björn, Opi und meine Wenigkeiten waren von dem Sender mal ganz arg begeistert. Es sei auch noch angemerkt das gerade unser Ralf am Donnerstag wieder mal die Last des Alters ganz besonders spüren sollte, denn er wurde mit einem weiteren Jährchen auf dem Buckel gesegnet. „Häbbiii Bööörsdeiii tuuu Juuuhhhh“ und alle sangen mit.

Irgendwann lief dann jedoch nix mehr im TV, also guckten wir dumm in der Gegend rum und immer wieder viel unser Blick auf DIE HORDE!. Wir begannen zu grübeln: Sind das nicht die Leutchen die letztes Jahr die LuMa so dick aufgeblasen haben? Sind das nicht die Leute von Tanga-Hill (2005 waren neben uns Leute mit nem Tanga am Flaggenmast…sprich an ner Angel)…wir grübelten. Irgendwann stolperte dann meine Wenigkeit durch die Zeltschnüre zum Maisfeld um mal eine weitere Stange Wasser in den ausgedörrten Boden zu stecken und auf dem Rückweg hielt ich die Ungewissheit nicht mehr aus. „Seid ihr nicht Diejenigen welche…“ Und siehe da…oh welch Zufall…oh Schicksal…oh großes Staunen…oh große Freude: irgendwie haben wir es geschafft unter 60.000 (oder inoffiziel über 80.000) Menschen ausgerechnet genau neben den Selben Leuten zu campen wie im Jahr zuvor. Die Verwirrung war groß, die Freude noch größer und schwupps saß man zusammen. Man schwelgte in Erinnerungen und tauschte Erfahrungen aus. Erstaunlich auch das unsere Nachbarn auch noch aus Dortmund kamen. Zufälle können kaum größer sein. Schnell ging es dann auch um WoW, ein Thema bei sich insbesondere „der Lange“ hervortat und mit seinen Weisheiten, geprägt durch Perno, zum Besten gab. Irgendwie hatten sich dir Hordler es auch angewöhnt ihre leeren Flaschen mit dem Hals nach unten in den Boden zu stecken, was bei uns wieder wilde Spekulationen über besoffene Maulwürfe auslöste.

Neben jenem freudigen Wiedersehen brachte der Donnerstag jedoch auch noch mehr. So bekam auch unser Campground netterweise mal Dixis spendiert und was für welche. Im Regelfall haben Dixis ja den Nachteil das man, wenn man nicht gerade der erste Besucher ist, leider visuell sehr genau daran erinnert wird, was der vorherige Besucher des Scheißhauses so getrieben hat. Nicht so aber in diesem Jahr. Die Hütten waren mit einer Vorrichtung ausgestattet die dafür sorgte, dass die verrichteten Geschäfte aus den Augen und aus dem Sinn in einen Tank/Behälter oder halt einfach in eine Sammelvorrichtug befördert wurden. So erinnerte lediglich der typische Dixi Geruch daran, dass man sich auf einem Festival befand. Das war mal was. Wo wir zunächst auf Grund unserer Nähe zum Maisfeld und der Entfernung zu den nächsten Dixis, doch glatt anfingen zu grübeln ab es nicht doch besser sei den Bauern beim düngen der Felder zu helfen (nein Mais aus Wacken sollte man echt nicht essen), wurde dem Denkprozess so schnell ein Riegel vorgeschoben und wir erfreuten uns an der Innovation in Sachen Fäkalienbeseitigung.

Schönes Rumgammeln hin oder her, irgendwann war es dann aber auch mal zeit Richtung Gelände aufzubrechen um mal zu gucken was da an Musik zelebriert wird. An diesem Abend sollten ja noch die Scorpions auftreten und da wollten wir zumindest mal einen Blick drauf werfen. Die Erfahrung des kleinen Trupps um Dennis, Björn und meine Wenigkeit sah dann so aus: Früh hingehen weil es womöglich voll wird, erst mal einen Blick auf Transylvanian Beat Club werfen, feststellen das dieses W.E.T. Stage Zelt einfach viel zu klein ist und das man nix sieht wenn man nicht schon ne Stunde vor Beginn da ist, dann Richtung Mainstage, nach grob 3 Lieder von Michael Schenker flüchten weil man das Gekreische und ständige Sologeschrabbel einfach nicht ertragen konnte. So saßen wir also weiter vor dem Zelt oder bei der Horde rum. Nur unser Sebastian hielt es tapfer auf dem Gelände aus, sah alle Bands an diesem Tag und konnte uns somit später berichten, dass wir nichts verpasst hatten. Na das ist doch auch was. Ist halt wirklich blöd wenn man so weit vom Gelände entfernt campen muss, da muss man sich auch schon sehr genau überlegen wen man sich angucken will und ob man nicht auch mal auf dem Gelände bleibt, auch wenn da gerade nur Mucke läuft die man nicht so sonderlich doll findet. Interessantes war noch beim Verhalten von Opi zu beobachten. So pendelte er immer zwischen unserem Camp und einem ominösen „Camp der Dortmuder“ hin und her. Und es begab sich auch, dass er irgendwann wie eine Gazelle durch die Pavillons sprang, etwas von „ich kriege gleich mein Geschenk“ aus seiner Kehle trällerte, dann im Auto wühlte und, erneut trällern und springend, wieder verschwand. Nu ja so sind sie halt die älteren Herren, man muss sie einfach lieb haben. So verging dann auch ein Donnerstag, die Nacht brach herein, irgendwann krochen auch die letzten Leutchen ins Zelt, deren Nachnamen komischerweise alle mit Sch. anfangen und es durfte geratzt werden.

Freitag:

Zwar ist man in Wacken auf dem Land, doch wird man selten vom Hahnenschrei geweckt. Meist ist es laute Musik der Nachbarn und wenn die gerade nicht verfügbar ist, hört man Opi und Sebastian durchs Lager schleichen. Ein Grund also sich aus den Federn zu erheben, drei Schritte zu machen, sich in den Liegestuhl fallen zu lassen und den Becher unter das Fass zu halten. Morgenstund hat Bier im Mund. In unserem Falle hieß dies an jenem Morgen jedoch Weizen! Irgendwie hatte sich ein Weizenfass zu unseren Bieren gesellt. Zunächst wunderten wir uns über die etwas seltsame Farbe, dann über den seltsamen Geschmack und im Laufe des Tages kam dann schlauerweise auch jemand auf die Idee nachzulesen was denn da gekauft wurde. Aber alles halb so wild, man konnte es irgendwie trinken. Zudem gabs ja auch noch genug Met. Apropos Met. Durch das goldene, süße Gesöff gesellte sich gleich ein weitere TV-Sender zu unserem Programm: Wespen-TV. Wenn mal gerade auf Hasen-TV nix besonderes lief, konnten wir umschalten zu Dompteur Kevin und seiner Wespenparade. Die schwarz-gelben Insekten waren sehr angetan vom Honigwein und fingen direkt an in selbigem zu baden. Danach torkelten sie dann nur noch so in der Flasche rum. Wir waren begeistert und erneut wurde der Beweis angetreten wie einfach man doch ein paar Metaller erfreuen kann. Erwähnenswert ist noch, das unser Steffi ihre Stimme irgendwo auf dem Festivalgelände verloren hat. ähnlich wie es mir 2004 nach dem Auftritt von Arch Enemy erging, erging es ihr dieses Jahr. Sie konnte sich nur noch krächzend verständigen. Aber da muss man durch. Von der Horde gabs dann noch, für (Frei-)Willige nen ordentlichen Schluck Absinth (mit nem Tropfen O-Saft für die Farbe) und der Tag war gerettet. Erwähneswert auch noch das „der halbe Holländer“ den die Recklinghäuser Belegschaft angeschleppt hatte, es irgendwie fertig brachte, sich ins eigene Fleisch zu schneiden. Erinnerungen an Maniac beim Mayhem Auftritt 2004 wurden geweckt. Und da Schadenfreude ja bekanntlich die schönste eine jene welche ist, bereitete es der versammelten Mannschaft auch ein großes Vergnügen zuzusehen wie er mit schön verbundenem Finger, den Arm stehts in die Höhe gereckt, da auf seinem Stuhl saß.

Bands…

Auf dem Gelände wurde dann, dank unserer Wortakrobaten Gig eine neue Begrifflichkeit geprägt. Nun eigentlich fing alles mit einem Wort an, ein zweites gesellte sich hinzu und schwupps hatte man wider was gelernt. Zunächst wurde der Begriff „riemig“ in die Runde, bestehend aus Gig, Bjrön und mir geworfen. Anhand diverser Hasen wurde dann verdeutlicht was dieses „riemig“ denn nun wohl seien mochte. Für normale Menschen stellt es so eine Art Mittelding zwischen „rattig“ und „geil“ dar. Als zweiten Begriff lernten wir dann „Surge“ kennen, was wiederum irgendwo zwischen „Bunny“ und „Perle“ angesiedelt ist. Ja und es waren viele „riemige Surgen“ unterwegs, dass dürft ihr uns glauben. Aber nicht nur solches Volk lief vor unseren Augen rum, nein wir konnten uns auch andere Adjektivbeschreibungen wie „gut bürgerlich“ einigen. Man hätte uns wohl einfach besser das Bier wegnehmen sollen.
Aber das fällt schwer, wenn man direkt neben einem Bierstand steht, wo auch noch zwei riemige Surgen arbeiten. Da muss man dann einfach mal öfter den goldenen Gerstensaft ordern und ihn schneller vernichten. In unserem Falle hieß die eine Schankmaid Yvonne ´(eigentlich Garda, aber das fanden wir erst Samstag Nacht raus und Yvonne passte aber auch wirklich besser), die andere Bärbel (du geiler Sukkubus – siehe Allimania – wie sie wirklich hieß…keine Ahnung). Während wir uns so die Zeit vertrieben und den Bands lauschten, hatte Ralf doch gleich eine noch bessere Idee. Er entsann sich, dass Frauen grundsätzlich besser aussehen wollen als andere. Ergo startete er einen Contest und bat zich Hasen um ein Foto, damit diese Fotos dann gegen Fotos von Mädels auf anderen Festivals antreten können. Tolle Idee, dummerweise funktioniert der Link zu den Bildern bis heute nicht richtig *grmpf*. Hier mal nur der Ersatzlink zu all den riemigen Surgen, gut bürgerlichen Weibchen und zu den Hasen für den „Welches Festival ist schöner“ Contest.

In der Sommerlichen Hitze (das Wetter war aber auch klasse) kamen wir dann zu einer weiteren, tollen Spielidee: Nassmachen. Tja da kam mal wieder so richtig das Kind im Manne durch. Wenn fließend Wasser in der Nähe ist, muss dieses genutzt werden um seine Mitmenschen daran teilhaben zu lassen. So dauerte es nicht lange und Björn, Gig sowie meiner Einer waren vollkommen durchnässt. Also nix wie zurück zu Yvonne, weiter dem Biere fröhnen und trocknen.

Einer der Hauptacts an diesem Abend und für mich die beste Band des ganzen Festivals, stellten Celtic Frost dar. Einfach geil mit was für einer Wucht die ihre doomigen Klänge herausgeblasen haben. Ein gewisser jemand bekam davon nur nicht ganz so viel mit, weil er sich beim pinkeln etwas eingefangen hatte…um genau zu sein etwas weibliches.

Der Hunger machte sich dann auch irgendwann bemerkbar und so gingen Gig und ich auf Nahrungssuche. Wir fanden einen Chili-Stand der nicht nur verhältnismäßig günstiges und auch richtig geil scharfes Chili anbot, nein dort war die Mucke auch noch so laut, dass man sich kaum unterhalten konnte. Genial, es war fast wie in den alten Zeiten. Heutzutage kann man sich ja vor die Bühne stellen und beinahe noch im normalen Tonfall miteinander reden. Ganz zu schweigen von der Windböenabhängigkeit des Sounds. Es sei auf jeden Fall hier nur angeraten auf dem nächsten Wacken wieder den Chili Stand aufzusuchen, denn vom Preis-Leistungsverhältnis her, gibt es glaube ich kaum eine besere Fressbude. Und mit den neuartigen Dixis ist es auch halb so wild, dass so ein Chili irgendwann auch mal wieder raus will.

Doch zurück zur aktuellen Lage: Ein gewisser jemand in weibl. Begleitung schleppte diese doch glatt in das Zelt, in dem auch ich nächtigen wollte (nein liebe Leser es ist nix gelaufen was erst ab 18 wäre). So musste ich für diese Nacht doch glatt einen Asylantrag bei Gig stellen, den dieser zum Glück annahm und so kam ich zu dem Genuss mal mit jemand anderem das Zelt zu teilen. Irgendwie war Wacken dieses Jahr halt anders.
Nachträglich wurde von Gig dann zu Tage gefördert, dass er die Nacht über wohl ziemlich gut auf meinem Nietengürtel gepennt hat, der alte Fakier. Na das ist doch auch mal was, so ein indisches Massagestudio im Zelt. Nächstes Jahr sollten wir versuchen Geld aus der Sache zu schlagen…

Samstag:

Früh wie immer gings dann raus und ran an die letzten Bierreserven, mit anderen Worten das letzte Fass. Doch was war das??? Nach dem Weizenfass hatten wir nun etwas ganz besonderes: Ein Wasserfass! Na da hat aber jemand ordentlich auf die falschen Knöpfe beim Befüllen gedrückt. Wirklich unfassbar. Lauter durstige Kehlen, dass Fass wird angestochen, kein Zischen dass auf Kohlensäure hindeutet und nur eine klare Flüssigkeit die sich in den Becher ergießt. Jedwede Hoffnungen es könnte Wodka oder Korn sein, wurden dann jedoch nach dem ersten Probeschluck jäh zerstört. So mussten wir unseren Pegel also irgendwie mit Met aufrecht erhalten und uns schnellstmöglich auf den Weg zu Yvonne machen.

…to be continued

Dong Open Air 2006

Dong Open Air 2006

Dong Open Air Homepage

Morgenstund hat Bier im Mund. Dieser Satz beschreibt immerhin den ersten Teil unserer diesjährigen Reise zum Dong Open Air. Denn irgendwelche Masochisten hatten doch tatsächlich beschlossen so früh wie womöglich gen Pilgerstätte aufzubrechen. Das Seitens der Veranstalter (man darf erst um 12 Uhr auf den Berg) uns dennoch ein Riegel vorgeschoben wurde und wir erst um 9 Uhr vom Dortmunder Hauptbahnhof aufbrachen, erfreute immerhin auch einige und so ließen wir auch die ersten Flaschen am Dreh- und Angelpunkt des Schienenverkehrs klirren, auf das wir unsere Reise möglichst unbeschadet hinter uns bringen sollten. Zur allgemeinen Erheiterung fand sich auch unser Lothar bereits zur Morgenstunde ein, entgegen anders lautender Gerüchte. Auf Grund von geistiger Fehlplanung und viel Stress in der letzten Zeit, der hier mal nicht näher erläutert werden soll, fehlte nur unser Christoph, der uns aber immerhin folgen wollte. Ede und Ingo wollten ebenfalls nachkommen und motorisiert anreisen.

Im Zug dann ein ähnliches Bild wie auch im Jahr zuvor. Sechs unverwüstliche Gestalten mit Expeditionsausrüstung machten es sich in der Bahn gemütlich. Nur das wir diesmal dann eher von Studenten auf der Weg zur Uni (man stehen die in Bochum und Duisburg früh für ihre Vorlesungen auf) belächelt wurden. Und hatte ich mich, kurz nach dem Verlassen des Hauses noch über einen Menschen auf der Parkbank gewundert der in aller Herrgottsfrühe schon das erste Bier geöffnet hatte, so kam mir nun brühwarm in den Sinn das wir ja ebenfalls so herrlich den Asi raushängen ließen. Doch was wäre eine Zugfahrt ohne philosophische Gespräche. So konnte Oberstammtisch Philosoph Lothar mal wieder mit seinen Weisheiten überzeugen. Auch die Feststellung „Die Dose fällt nicht weit vom Kocher“ gab zu denken.
Apropos Kocher, ein Glück das Mondo und ich so gut miteinander kommunizieren und wir beide auch extrem gut im Nachdenken sind.
M: „Hast du noch Gaskartuschen?“
L: „Nö.“
M: „Gut ich hab noch eine.“

Wozu nachfragen ob die Kartusche nen Schraubverschluss hat…wozu dran denken das man den Kocher ja kennt und sich das auch hätte denken können. Ein Dank an uns beide das wir beinahe hätten hungern müssen. Aber da gab es ja noch Ingo und Ede, die neben einem Pavillon doch tatsächlich auch noch einen Kocher besorgen konnten. Ein Hoch auf die Retter.

In Duisburg angekommen hatten wir dann Glück das es noch so einige andere Leutchen gen Berg zog und wir so nicht zum Ausgang tigerten (mehr zur Raubkatze später) der mit Bus und U-Bahn gekennzeichnet war. Aber es wäre ja auch zu einfach gewesen die Busse dort abfahren zu lassen. Schon mal als Tipp für andere Pilgerer: Die Busse fahren am Osteingang ab! Im Transportmittel wurden wir dann darum gebeten unsere Kehlen vertrocknen zu lassen, da sich der Bus gen Holland bewegen würde und der BGS gerne mal in zivil hinterher zuckelt. Gut ok wir taten dem Busfahrer, der selbst nach „unter 3 Flaschen Whisky stehe ich nicht auf“ klang, mal den Gefallen und hielten es sage und schreibe fast eine Stunde ohn kühlendes Gold aus. Aber so ist das nun mal mit den Pilgerfahrten. Die einen latschen zu einer Quelle, die anderen tausende von Stufen rauf, wir sparen uns zumindest einen Teil der Latscherei, verdursten dabei aber beinahe. Im Bus dann konnten wir immerhin noch die örtliche Bevölkerung davon überzeugen, dass auch in schwarz gewandetes und teilweise mit Nieten bewaffnetes Gesindel ja doch ganz nett seien kann, indem wir aber auch einer jeden älteren Dame und einem jeden älteren Herrn unsere Plätze anboten. Gut was die nicht wussten war, dass wir eigentlich nur der ersten Oma mit Enkelin den Platz angeboten hatten, weil wir eben auf einen kleinen Happen Kind auf Toast spekulierten, aber fängt man einmal an mit guten Taten…

Mitten im Nirgendwo, am Arsch der Welt wurden wie dann ausgesetzt. Die Sonne brannte schon recht erbarmungslos vom Himmel, aber keine der Vorbeiziehenden Kamelkarawanen hatte noch Platz für uns. Ja gut da waren nicht wirklich Kamele, aber heiß war es trotzdem.
Ran an den Feind (Bier) und rauf auf den Berg hieß es dann. Der Weg zog sich so richtig schön in die Länge, aber oben wurden wir immerhin mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Insofern man campendes Metallervolk vor Industrielandschaft schön findet. In diesem Sinne heiß es dann um grob 12:30 Uhr auch wieder „endlich normale Leute“. Das uns der recht heftig blasende Wind den Zeltaufbau ebenso erschwerte, wie auch der Steinharte Boden (daher wohl der Name Steinkohle), sollte nicht weiter stören. Jedoch darf sich der Dongberg wirklich rühmen, denn nicht nur das im Jahr 2004 mein erstes Zelt hier bereits vernichtet wurde, nein auch dieses Jahr mussten zumindest einige Heringe und auch eine Zeltstange dran glauben. Das kleine Loch in Bodennähe an der Außenhaut dürfte da weniger kritisch sein. Aber mit genug Isoband konnte der Patient immerhin über die Runden gebracht werden.
Gerade hatte sich der erste Trupp sein Bändchen geholt, kam auch schon der Anruf der beiden Westkirchener, die unten am Berg mit dem Auto auf uns warteten um den restlichen Krempel auf den Berg zu schleppen. Somit begann für Lothar, Chris und meiner einer ein schneller Abstieg. Nach der vorletzten Serpentine verließ uns die Lust und wir nahmen den direkteren Weg durch den Busch. Was erst für meine Person eine unliebsame Bekanntschaft mit einem Baum bedeutete und dann Lothar, unter viel „Purzel hier“ „Aua da“ und einer Staubwolke auch gen Strasse beförderte. Nur Chris schaffte es halbwegs heil bis nach unten. Das erneute Raufschleppen von Gepäck wurde dann schon echt nervig, vor allem wo Der Wagen doch etwas weiter weg geparkt werden musste, auf Grund der bereits zu diesem Zeitpunkt recht überfüllten Parkplätze. Chris und Lothar nahmen dann einfach mal den direkten Weg den Berg rauf, was zwar in einem Zeitvorsprung von 13 Minuten, aber auch in diversen leichten Abschürfungen an den Beinen gipfelte (welch Wortspiel).

Nach ein paar weiteren Bierchen sollte dann aber auch mal Musik folgen und die erste Band an diesem Tag sollte Contradiction sein. Und ja die machten durchaus Spaß. Unter dem Banner des Thrash Metal ging es mal etwas melodischer und mal auch mit richtiger „Auf die Fresse“ Mucke zu Werke. An der Band konnte es somit nicht liegen das sich doch noch recht wenige vor der Bühne eingefunden hatten, dies musste wohl daran liegen das Viele noch mit dem Aufbau ihrer Zelte und ihres Alkoholpegels beschäftigt waren.

Mystic Prophecy wurden dann mal ausgelassen und erst die nächste Band Commander stand wieder auf dem Programm. Auch hier gab es vor der Bühne ein relativ ähnliches Bild wie bei Contradiction. Denjenigen die Anwesend waren, machte die Mucke sichtlich Spaß, die harten schnellen Death Klänge wummerten nur so aus den Boxen und die thrashigen Riffs ließen die Matten fliegen.

Es folgten „Hidden in the Fog“ auf die ich mich auch mehr oder weniger gefreut habe. Auf der einen Seite stellten sie die erste und einzige reine Black Metal Band des Freitags dar, auf der anderen Seite konnte mich jedoch ihr letztes Album „Damokles“ nicht so wirklich begeistern. Und genau das was ich befürchtet hatte, bewahrheitete sich dann auch leider als die Vier ihre progressiven Klänge aus den Boxen scheppern ließen. Ich muss einfach feststellen das dererlei Klänge nichts für meine Ohren darstellen. Einfach zu abgehackt und zu durcheinander empfand ich das Dargebotene. Mir persönlich fehlte es da sowohl an typisch kalter Black Metal Atmosphäre, aber auch an Raserei. Zudem kam es mir so vor, als sie der Sound hier nicht unbedingt der Beste gewesen. Der Gesang war stellenweise einfach zu dünn und auch die Gitarren kamen teilweise etwas breiig rüber. Wer progressiven Black Metal mag, dem könnte der Auftritt durchaus gefallen haben, nur leider ist diese Musik einfach nichts für mich.

Nach ein kleinen Umbaupause war es dann Zeit für den ersten großen Headliner des diesjährigen DOA. Mit Turisas erklomm eine Kapelle die Bühne die ihr Album nicht hätte besser betiteln können. „Battle Metal“ heißt die Scheibe und allerlei Songs der Marke „Mit gezogenen Schwertern in die Schlacht“ standen auf dem Programm. Doch nicht etwa mit Power Metal kommen die Finnen daher, nein sie setzten ihren Sound aus den Genre Schubladen Pagan, Epic und Folk zusammen, zu einem sehr gelungenen Eintopf. Im Gegensatz zu den vorherigen Gruppen, platze das Zelt nun auch zum ersten Mal aus allen Nähten und die Stimmung erreichte schnell, neben der vorherrschenden Temperatur, auch schnell ihren Höhepunkt. Da wurde geschunkelt, gemosht und gepogt was das Zeug hielt. Wirklich geniale Partystimmung die da verbreitet wurde. Die Band kam mit einer gehörigen Portion Spielfreude und einer Bemalung die an eine Mischung aus „ich bin auf die Schnauze gefallen“ und „ich habe mich im Blut meiner Feinde gesuhlt“ daher und trug somit bestens zur Stimmung im Zelt bei. Ohne Frage der bisherige Höhepunkt des Tages und für mich auch der mit Abstand persönliche Höhepunkt des Freitags.

Mit Spannung wurde dann auch der Auftritt von Savage Circus erwartet. Diese jedoch mussten leider, wie auch schon zuvor auf Thomen Stauch, den Bandkopf und Drummer verzichten, da er auf Grund privater Probleme aktuell dem psychologischen und physischen Stress einfach nicht gewachsen ist. Dieser Umstand mag für den einen oder anderen sich eine kleine Enttäuschung gewesen sein, aber letztendlich geht es ja um die Musik an sich. Und da zeigte sich genau das, was auch das Album „Dreamland Manor“ zuvor gezeigt hatte. Für mich persönlich heißt dies: Etwas zu wenig Eigenständigkeit und zu sehr nach Blind Guardian klingen, auf der anderen Seite dann aber leider ohne den Zauber der Krefelder ausgestattet. Savage Circus sind keineswegs schlecht, bieten meiner Meinung jedoch zu wenig um wirklich aus ihrem Genre hervorzustechen. So konnte sich die Band heute zwar weder über schlechten Sound, noch über mangelndes Publikum beklagen, doch so wirklich überspringen wollte der Funke nicht auf die gesamte Menge im Zelt. Vor der Bühne hatte sich eine Fanshar versammelt, die sichtlich ihre Freude an der dargebotenen Musik hatte und womöglich muss die Band einfach noch mehr Eigenständigkeit entwickeln. So war es ein grundsolider Auftritt, dem es dann aber doch an etwas wirklich Besonderem fehlte.

Es mag am anstrengenden Marsch auf den Berg gelegen haben, aber als diejenigen von uns das Lager erreichten die zuvor noch Savage Circus ein Ohr geliehen hatten, lagen einige schon in ihren Zelten. Es war irgendwie schon die Luft raus. Nach ein paar Bierchen und der schlauen Idee schon mal einen Vorrat fürs Frühstück zu kaufen (dank der Frau) ging es dann so gegen 2 Uhr bereits in die Schlafsäcke. Das die Nacht aber so dermaßen kalt werden sollte und mir zudem auch noch der Reisverschluss meines eigentlich wärmenden Bettchens den Geist aufgeben würde, hätte ich vorher nicht gedacht. So wurde es nicht gerade viel mit dem Schlaf. Aber die Nacht war eh recht schnell vorbei, den die Temperaturen im Zelt kletterten durch den brennenden Lorenz dann bald wieder auf ein Niveau jenseits von gut und böse. Somit krochen die Ersten wohl schon um vor acht aus ihren Hütten, wir verließen unser Zelt zur einer recht humanen Zeit gegen halb neun. Na Prost, im wahrsten Sinne des Wortes, denn noch war der Gerstensaft kühl genug. Nach einem mehr oder weniger ausgiebigen Frühstück gammelte man dann so herrlich doof vor dem Zelt rum und durfte mit noch leicht verschlafenen Äuglein zusehen wie auch der Rest des wochenendlichen Bergvolkes aus dem Schlummerland erwachte. Dabei kamen alte Sprüche zu neunen Ehren und man erfreute sich an einem kräftigen „Ingo!“ „Ja?“ „Wenn ich so rufe is nix.“. Um jedoch nicht ganz in die Pisafalle zu tappen, musste auch noch etwas Bildung her. Dafür verantwortlich zeichnete sich Oberlehrer und Bildungsminister Lothar.
- Warum heißt der Löwe Löwe? -> Weil er durch den Urwald löwt.
- Warum heißt der Tiger Tiger? -> Weil er durch den Urwald löwt, aber gewalTiger.
- Es gab noch irgendwas mit nem Panther, aber das ist mir entfallen.

Apropos entfallen, die versammelte Mannschaft beschloss recht einstimmig das meiner einer Tagesvollster des Freitags gewesen seien soll. Zwar ging es nicht mit dem Verlust der Muttersprache einher und auch der Lauf zwischen den Zeltschnüren war eigentlich noch relativ problemlos, aber irgendwie war dies wohl nur den Eindruck den mein umnebeltes Gehirn mir vorspielte. Ohne Kater kroch ich aus dem Zelt und eigentlich bin ich der festen Überzeugung noch alles vom Vortag im Gedächtnis gespeichert zu haben…eigentlich…

Zurück zu Festival und einer weiteren großartigen Band.
Die Grail Knights hatten am Samstag die Ehre den musikalischen Teil des Festivals einzuläuten und im Gegensatz zum Vortag fand sich auch hier schon eine recht große Menge in der mittäglichen Hitze des Zeltes ein. Und die vier Helden konnten vollauf Überzeugen. Mit modisch topaktuellen Heldenkostümen, äußerst gefährlich aussehender Kriegsbemalung und dem großen Ziel den heiligen Gral zu finden vor Augen, enterten die vier die Bühne und hatten die Partystimmung direkt in fester Hand. Dies mag nicht zuletzt daran gelegen haben, dass die Band bereits im Vorfeld mit einer kleinen Grail Knights Fanshar, dem Choir, in einem gecharterten Bus den Weg in die Schlacht angetreten hatte. Wer gut damit umgehen kann das sich vier wackere Superhelden im Kampf gegen Dr. Skull nicht immer an übliche Konventionen von Ernsthaftigkeit halten, dazu noch mehr etwas aus der Rubrik Melodic Death präsentieren, dem sie nur geraten sich auch mal schleunigst auf ein Konzert zu begeben und den Choir zu unterstützen. Der Gral wurde übrigens tatsächlich von Dr. Skull zurückerobert, nur irgendwie glaube ich, dass der finstere Geselle ihn sich nach dem Konzert wieder irgendwie aneignen konnte.

Gegen 13 Uhr betraten dann Gun Barrel die Bühne, wir jedoch warteten gespannt auf den verlorenen Sohn, unseren Christoph, der ganz alleine die steilen Hänge erklimmen musste. Und so erschien unser unerschütterlicher Schlesier dann auch schnaufend aber gut gelaunt an der letzten Serpentine und wurde in Empfang genommen. Warum er bei der Hitze einen Angola Schal mit sich führte, erläuterte er vollkommen schlüssig mit „der hat nur 5€ gekostet“. Klar wer hätte da nicht auch zugeschlagen?

Dann war es auch endlich soweit und die Black Metalfraktion Negator aus dem hohen Norden betrat die Bretter. Und die Jungs legten auch ohne große Umschweife los und damit sprichwörtlich das Zelt in Schutt und Asche. In Sachen Geschwindigkeit und Brutalität konnte dem Fünfer aus Kiel das gesamte Festival über keiner das Wasser reichen und im Gegensatz zum letzten Auftritt der Jungs den ich gesehen habe, blieben sie diesmal zum Glück von großen Soundproblemen verschont. Das ein Festival wie das Dong nicht gerade ein reines Mekka für die Schwarzheimer ist dürfte wohl mit dazu beigetragen haben das sich das Zelt nur zu gut einem Drittel gefüllt hatte, aber die versammelte Mannschaft zollte der Band durchaus ihren Respekt mit fliegenden Haaren und auch der Kenntnis des Songmaterials, so dass „Der Infanterist“ bereits zu beginn schon frenetisch gefordert und letztendlich dann auch gebührend gefeiert wurde. Ein weiterer genialer Auftritt der für mich größten deutschen Hoffnung in dieser Sparte des Black Metal.
Die Band selbst zeigte sich auch erfreut über einen gelungenen Auftritt und man genoss die Stimmung vor der Bühne. Das man nicht gerade damit gerechnet hatte vor einem überfüllten Zelt zu spielen, aber doch sehr zu frieden mit dem Ergebnis war, versicherten Nachtgarm und Trolfbert mir dann auch noch, bevor sie schon wieder ihre Sachen packen und sich auf den Weg zum nächsten Schlachtfeld machen mussten.

Nach Negator kam dann auch noch eine gelungene Überraschung auf mich zu, denn mit Phawkes traf ich dann doch noch ein Mitglied des grünen Planeten (Planet3dNow). Zwar hatten wir uns schon am Freitag treffen wollen, aber irgendwie sind wir da wohl aneinander vorbeigetorkelt. Aber auf Grund des Fahndungsfotos von mir, dass er mit sich führte, kam es dann glücklicher Weise doch noch zu einem freudigen Zuprosten. Und weil ein Bier kein Bier ist, versoffen wir dann auch gleich den halben Nachmittag zusammen, was auf jeden Fall mal sehr viel Spaß gemacht hat. Neben einem lustigen Schwaben der sich irgendwann zu uns gesellte und uns mit seinem Dialekt erfreuen konnte, trafen wir am Rande auch noch die Grail Knights und ihren Nemesis Dr. Skull bei der Autogrammstunde am Metalius Stand. Irgendwie führte das Treffen dann auch dazu, dass nahezu der komplette Rest des Tages in Gesprächen und Wanderungen auf dem Berge ausuferte, aber was solls.

Immerhin konnten wir uns noch an Guerilla erfreuen. Eine Band erleben die Thrash mit einer guten Portion Death und nicht zuletzt Spaß verbindet. Dies hatte sich wohl auch beim Dong Publikum rum gesprochen und so wartete ein gut gefülltes Zelt auf die Kölner Sexualforscher.
Zwar habe ich die Band selbst schon mal lustiger erlebt, aber gut war die Stimmung dennoch, begleitet von einem druckvollen Sound.

Sehen wollte ich dann nur noch Rotting Christ und die Reiter, wobei ich Erstere auch noch verpasst habe. Denn neben der genüsslichen Biertrinkerei stand auch noch ein posiges Manowar Fotoshooting vor der untergehenden Sonne an. Irgendwie kam Phawkes dabei zwar abhanden, aber dies sollte dann auch der einzige Wermutstropfen des Abends bleiben.
Beim Fotoshooting schaffte es Lothar dann irgendwie recht unglücklich zu landen, was sich vor allem am nächsten Tag beim Rückmarsch recht schmerzlich im Bein bemerkbar machte, aber getreu dem Motto „Das Leben ist kein Ponyhof“ nahm er den Schmerz wie ein Mann.

Als letzte Band des Festivals und Headliner Nummero Uno standen dann Die Apokalyptischen Reiter auf dem Plan. Jeder der diese Band vorher schon einmal erlebt hat kann sich nun schon ausmalen was kommt. Konnte man am Abend zuvor beim Auftritt von Turisas schon mal ins Grübeln geraten ob die Stimmung noch einmal gesteigert werden kann, wurde man von den Reitern eines Besseren belehrt. Das Zelt bebte nur so vor sich hin, der Schweiß rann nur so in Strömen und es wurde ausgelassen gefeiert bis Abwinken. Showeinlagen wie die Bestrafung mit Peitschenhieben durch Dr. Pest setzen dem Ganzen dann auch noch die Krone auf. Eine absolut würdige Abschlussfeier für das Dong 2006 und ein weiterer Beweis dafür, dass die Reiter einfach ein Garant für brodelnde Stimmung sind.

Somit ging das Dong rein musikalisch seinem Ende entgegen, aber die Nacht sollte noch sehr lang werden. Denn so hatte ich bereits vor dem Reiter Auftritt Jens getroffen. Nach einen Abschlussbier und der Feststellung das erneut schon wieder viele in ihren Federn lagen, wurde dann mit Ede noch bis tief in die Nacht über Filme und Serien diskutiert. Kaum ging Ede gen Nachtlager, tauchte Mondo von seiner Nachtschicht bei Metalius auf. Doch auch er legte sich schnell ins Bettechen und so standen Jens und ich dann recht alleine und verlassen im Lager und plauderten. Die Sonne ging wieder auf, der allseits bekannte Colaman erschien und auch mit ihm palaverten wir dann noch eine ganze Zeit lang. Er zeigte sich auch äußerst erstaunt darüber das man in zwei Tagen, bei Bierpreisen von nur 1€ für 0.5l mehr als 50€ ausgeben kann, aber mein leeres Portmonee bestätigte dies auf recht unerfreuliche Art. Kurz bevor die restliche Mannschaft sich dann aus den Federn erhob verabschiedete er sich dann auch, da ihn ebenfalls der Schlaf so langsam übermannte. Und ging es mir anfangs noch recht prächtig wurde das Wachbleiben dann mehr und mehr zur Tortur, aber egal wer nicht pennen will muss leiden.
Auf Grund eines Termins hatte Christoph sich schon vor all den anderen auf den Abstieg begeben und während wir noch unsere Brocken zusammensuchten, dürfte er schon am Duisburger Bahnhof angekommen sein.

Unser Rückweg gestaltete sich dann zunächst auch nur erheblich schweißtreibend, dann all die Klamotten mussten ja auch wieder vom Berg runter, na prima. Während Ede und Ingo sich dann mit dem Ede-Mobil gen Heimat aufmachten, pilgerten wir gen Bushaltestelle um mit anderen erschöpft die Rückfahrt anzutreten. Das die Fahrt nun auf einmal etwas kostete, wo die Hinfahrt noch kostenlos war (Busfahrer sei dank) störte auch keinen mehr so wirklich.
Am Bahnhof stand dann der traditionelle Gang zu Burger King auf dem Plan. Nur gab es dieses Mal keine Krönchen. Nach Speis und Trank ging es dann auf zur letzten Etappe mit dem Zug nach Dortmund. Und wäre da nicht ein komisches Kind und Lothars Ahoi-Brause-Runde gewesen, wäre diese Fahrt eigentlich auch nicht einer Erwähnung wert gewesen.
So hatten wir das zweifelhafte Vergnügen irgendwelchen Kinderliedern zuhören zu dürfen und dabei immerhin leckere Brause schlecken zu können.

Somit lautet das Fazit für das 06er Dong:
Es war wohl doch recht anstrengend durch die Hitze und die Lauferei, was sich bei dem einen mehr und bei dem anderen weniger bemerkbar machte. Somit wurde die Stimmung des Vorjahres nicht ganz erreicht, aber es war dennoch geil und wenn nichts dazwischen kommt, sind wir nächstes Jahr bestimmt wieder dabei.

Möge die Dong-Kuh uns noch lange Milch geben!!!