Ulldart Saga

  1. Schatten über Ulldart
  2. Der Orden der Schwerter
  3. Die Zeichen der dunklen Götter
  4. Unter den Augen Tzulans
  5. Die Magie des Herrschers
  6. Die Quelle des Bösen

Lange war es still bei mir im Bücherregal um große Fantasy Sagen. Doch glücklicherweise kaufte sich mein Mitbewohner die Bände der Ulldart Saga von Markus Heitz, die er mir recht begeistert empfahl.

Die Geschichte der Saga, welche aktuell 6 Bände umfasst ist im Fantasy Bereich nicht unbedingt neu, geht es doch um kleine und große Königreiche, um Liebe und Verrat, um Kriege, Magie und natürlich Helden. Doch irgendetwas muss schon vorhanden sein, was uns dazu brachte die gut 3000 Seiten der aktuell erschienen Bände in etwas mehr als einem Monat zu verschlingen.

Ich verzichte hier auf die Rezension der einzelnen Bände, da kein wirklich schwacher, oder über die anderen dermaßen überragender Band dabei ist. Zudem möchte ich keine großartigen Aspekte der Geschichte vorwegnehmen.

Es fängt damit an, das Markus Heitz einen etwas unkonventionellen Weg einschlägt und die üblichen Widersacher in Form von Orks, sowie typische Rassen wie die Elfen und Zwerge, einfach außen vor lässt. Wer hier erwartet in magische Elfenwälder tiefe Zwergenbingen oder dreckige Orklager zu stolpern, der wird enttäuscht. Dennoch sollte man nicht davor zurückschrecken einen Blick in die Bücher zu werfen, denn auch mich als bekennenden Fan der Spitzohren haben sie in ihren Bann geschlagen. Ein weiterer interessanter Aspekt in der Ulldart Saga sind die Charaktere. Nicht wie sonst oftmals üblich beschränkt sich die Handlung auf wenige Hauptpersonen, nein es bedarf hier beinahe schon Block und Stift um mitzuschreiben welcher Charakter nun wo zum ersten Mal in Erscheinung getreten ist und wie er sich in die Geschichte eingefügt hat. So passiert es durchaus, dass bereits im ersten Band ein Name fällt, den der Leser auf Grund seiner scheinbaren Unwichtigkeit für die Handlung schnell wieder vergisst. Doch genau jener Name taucht dann plötzlich drei Bücher später wieder auf und fügt sich nahtlos in die Handlung ein. Stellenweise ist man regelrecht erfreut darüber jemanden, den man lieb gewonnen hat, wiederzuentdecken und dankt dem Autor das er diesen Charakter nicht einfach in der Bedeutungslosigkeit hat verschwinden lassen. So Vielfältig wie die Hauptpersonen, sind auch ihre Charakterzüge und es dürfte sich für jeden Begeisterten Fantasyleser etwas finden lassen. Sei es nun der stolze Krieger, der alte Priester, der scheinbar ewig gutgelaunte Freibeuter, den König und seinen Hofnarren, oder die arrogante Königen. Lediglich Freunde der magiebegabten Charaktere müssen sich etwas gedulden. Denn auch hier geht Heitz etwas andere Wege. Die Magie auf Ulldart ist nahezu ausgestorben und nur noch in Form von Heilern vertreten. Doch auch hier darf ich sagen, dass es nicht so bleiben wird.
Der letzte interessante Aspekt tritt in Form von Wiederholungen der Geschichte am Anfang wichtiger Kapitel auf. In wenigen Zeilen werden hier Dinge wiedergegeben wie sie in Geschichtsbüchern über diese Welt stehen und somit wird der Leser ständig an wichtige oder scheinbar unwichtige Ereignisse erinnert. Es fängt damit an das die Geschichte der Götter nebenbei erläutert wird und geht dann so weit das die aktuell stattfindende Geschichte immer mal wieder erwähnt wird. Eine wirklich gelungene Idee um die Handlung stets überschaubar zu halten.

Doch auch das schönste Buch hat seine Schattenseiten, so auch diese Saga. Es sind vielmehr Kleinigkeiten die mir beim Lesen aufgefallen sind, die zwar kaum das Lesevergnügen beinträchtigen, sich aber dennoch hier und da etwas störend bemerkbar machen. An vorderster Stelle steht hier die immer wieder auftauchende Beschreibung des Charakters Aljascha. Schon nach den ersten Begegnungen mit ihr ist dem Leser klar das es sich um eine äußerst schöne Frau handelt, ja wenn nicht gar um die schönste Frau auf ganz Ulldart, doch Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Doch Markus Heitz wird nicht müde auf diese Schönheit bei jedem ihrer Auftritte hinzuweisen. Sie trägt stets sehr figurbetonte Kleidung und zieht auch immer die Blicke aller Männer auf sich. Ein Umstand der dem Leser durchaus bewusst ist und von daher nicht ständig hätte erwähnt werden müssen. Weiterhin gehen mir einige Entwicklungen etwas schnell von statten. Zwar bewegen wir uns in einer mittelalterlichen Fantasiewelt, dennoch werden mir persönlich die Kinder bzw. Jugendlichen zu schnell erwachsen und zu mächtig. Etwas verwirrend auch die schnelle Einführung in die Länder und deren Beziehungen auf Ulldart. Im Verlauf der Handlung lichtet sich zwar der Nebel im Kopf des Lesers, aber anfangs ist man schon hin und wieder versucht zur Karte zu blättern um die Unklarheiten zu beseitigen, jedoch möchte man den Lesefluss auch nicht stören. Ein letzter negativer Aspekt schlägt sich in den Darstellung des Bösen nieder. Ein auftauchender Charakter, der eben jene Gesinnung vertritt, wird für meinen Geschmack einfach zu plump dargestellt, da hätte es auch gereicht auf seinen Wappenrock „pure evil“ zu sticken.

Fazit:
In meinen Augen eine sehr gelungenes Epos, dass zwar weder an den Herrn der Ringe, noch an Raymond Feist’s Midkemia und Schlangenkrieg Saga heranreicht, sich aber auch nicht vor diesen Werken verstecken muss.

Schlangenkrieg Saga

  1. Die blutroten Adler
  2. Die Smaragdkönigin
  3. Die Händler von Krondor
  4. Die Fehde von Krondor
  5. Die Rückkehr des schwarzen Zauberers
  6. Der Zorn des Dämonen

Die Weiterführung der Midkemia Saga und wohl auch das einzige Werk bei dem ich es mir anmaßen darf zu sagen, dass es an die Qualitäten des Vorgängers heranreicht und auch nahezu gleich zieht.
Wir treffen viele der alten, leibgewonnen Charaktere wieder und dürfen erneut eine mehr als spannende Geschichte in der Welt von Midkemia erleben. Hinzu kommen weitere fremdartige Reiche, neue Kreaturen,
neue Gefahren die durchlebt werden müssen. Alles andere wurde von mir schon im Midkemia Saga Review gesagt, denn dies trifft wohl auch auf die Schlangenkrieg Saga zu. Ein “must have” für Fantasy un Midkemia Fans.

Midkemia

  1. Der Lehrling des Magiers
  2. Der verwaiste Thron
  3. Die Gilde des Todes
  4. Dunkel über Sethanon
  5. Gefährten des Blutes
  6. Des Königes Freibeuter

Kaum eine Fantasy Sage konnte mich bisher so fesseln und ich möchte stark daran zweifeln des es je wieder eine schaffen wird. Raymond E. Feist hat mit der Welt Midkemia (und auch Kelewan) ein wunderbares Fantasyreich geschaffen, dass einfach alles bietet was man sich nur wünschen kann.
Es gibt Magie im Kleinen und in so gewaltigen Ausmaßen das man sie kaum fassen kann. Wir finden fremde Kreaturen, durchaus auch mal fern ab der üblichen Zwerge, Elfen, Orks Klischees, auch wenn hier die Elfen ihrem typischen Bild schon nahe kommen.
Von Herrscherhäusern, über Intrigen, Liebesgeschichten, Kriege, Sphärenreisen und dem puren Abenteuer ist alles vorhanden. Noch dazu sind die Bücher mit dermaßen vielen gut gestalteten Charakteren gefüllt, die man sowohl lieben als auch hassen lernt, dass man die Bücher einfach kaum aus der Hand legen kann.
Hier ist es vollkommen egal ob man nun die Geschichte des Magiers Pug und seines Freundes Thomas verfolgt oder sich eher für die Geschehnisse am Hofe von Crydee interessiert. Alles sind einzigartige Fantasy Geschichten, die hier erzählt werden und eine selten erreichte, lebendige Welt erzeugen.

Man kann wirklich nur seinen Hut vor diesem Meisterwerk ziehen und sagen das der Spruch auf dem Buchrücken durchaus mehr als zutreffend ist. “Wenn es ein Autor verdient hat im Fantasy Himmel zur Rechten Tolkiens zu sitzen, dann Raymond E. Feist”