Subway to Sally – Nackt (Bochum)

„Kommen einige 100 Metaller in die Kirche“. So könnte ein Witz anfangen, es könnte auch die Überschrift einer reißerischen Reportage über böse schwarze Messen sein, in einer gewissen deutschen Zeitung, es kann aber auch einfach nur der Beginn eines Konzertberichtsein. Und auch wenn gerade Letzteres doch eher abwegig klingen mag, genau dies ist hier der Fall.

Niemand Geringeres als subway to sally machten auf ihrer Akustik Tour, die ganz simpel “Nackt” getauft wurde, halt in der Christus Kirche Bochum und das Ganze sogar an zwei aufeinander folgenden Abenden. Das Konzert am 25.04 war dermaßen schnell ausverkauft, dass man sich entschied ein Zusatzkonzert am 24.04 einzuschieben, seines Zeichens übrigens das Erste in der Karriere der Band, wie Eric Fisch während des Konzerts verlauten ließ. Doch lassen wir die Fakten nun mal ruhen und betreten wir das Konzerthaus.

Etwas seltsam war das Bild schon, denn so viele Besucher sehen Kirchen wohl nur noch zu christlichen Feiertagen. Wer im Vorfeld noch etwas zweifelte, ob eine solche Lokalität wirklich passend für ein Konzert sei, der dürfte wohl spätestens von den Bierständen im Gotteshaus überzeugt worden sein. Die Bühne an sich wirkte auch recht imposant und passte perfekt in das Kirchenschiff. Klein, aber detailverliebt präsentierte sie sich, mit all den Ranken, den stilisierten Kirchenfenstern und der leicht düsteren und dadurch umso atmosphärischer wirkenden Beleuchtung. Doch nun zum eigentlichen Hauptteil des Abends, der Musik.

Ein jedes Bandmitglied wurde recht frenetisch beim Betreten der Bühne empfangen und auch der, extra für die Akustik Tour angetretene, Cellist „B. Deutung“ von den inchtabakotables wurde gebührend empfangen, als er neben Frau Schmitt seinen Platz einnahm. Mit dem für subway to sally üblichen “Hallo Freunde” wurde dann auch “Böses Erwachen” eingeläutet, die Party durfte steigen. Laut Eric sah der Plan so aus, dass man zu Beginn ein paar ruhigere Stücke zum Besten geben wollte, um dann gegen Ende auch ruhig mal das Tanzbein auf dem Kirchenboden, oder gar auf den hölzernen Bänken schwingen zu lassen. Dem machten die Fans dann aber einen Strich durch die Rechnung, denn nach kaum 5 Liedern hielt es eh niemanden mehr auf den Bänken. Seitens der Band wurde ein buntes Programm quer durch die Bandgeschichte geboten, wobei ein jeder Titel gebührend gefeiert oder auch aus allen Kehlen mitgesungen wurde. Und bei Titeln wie “Unterm Galgen”, “Die Braut”, “Kleid aus Rosen”, “Horo” und all den anderen genialen Werken ist dies auch nicht weiter verwunderlich. Besonders hervorheben möchte ich noch “Traum vom Tod” das man live wohl kaum besser rüberbringen kann, als bei einer solchen Akustik Tour.

Zum weiteren Spaß des Abends trugen die Ansagen bei. Kein stumpfes “jetzt spielen wir Titel XY”, nein zu einem jedem Lied wusste zumeist Eric eine kleine Geschichte, oder auch eine Anekdote zu erzählen. Damit hatte er die Lacher eindeutig auf seiner Seite. So wurde dann auch mal der oberste Knopf des langen schwarzen Mantels geöffnet, um dem Motto der Tour (zur Erinnerung „Nackt“) Rechnung zu tragen, es wurde ein Rätsel gestellt, ja es wurde gar der Versuch unternommen wieder etwas Boden bei Gott gut zu machen, da man ja in der Karriere der Band auch diverse Lieder veröffentlicht hat, die eher in die gegenteilige Richtung gehen. Dummerweise hatte nur die Band selbst ihre Psalmbücher eingepackt, woraufhin dem Publikum mit mehr oder minder ernster Stimme mitgeteilt wurde, das sich so etwas eigentlich gehört wenn man in die Kirche geht. Nach beinahe zwei Stunden verließ die Band dann zum ersten Mal die Bühne und der versammelte Kirchenchor intonierte “Julia und die Räuber”. Man ließ sich nicht lange bitten, betrat erneut für eine erste Zugabe die Bühne, erteilte aber eine weitere Lehrstunde. “Also eigentlich müsst ihr schon Zugabe rufen, wenn ihr eine haben wollt. Nur das hier auch alles korrekt abläuft”, woraufhin der “Blut, Blut Räuber saufen Blut” Gesang auch sofort in “Zugabe, Zugabe” Rufe umschwenkte. Nach zwei Stücken und der Vorstellung der einzelnen Bandmitglieder, bei der zunächst doch glatt Frau Schmitt ausgelassen wurde, was wiederum aufgrund der empörten Rufe aus dem Publikum mit einem “Der Höhepunkt kommt immer zum Schluss! Davon kann Frau Schmitt ein Lied singen! ” von Eric quittiert wurde. Sie nahm es mit einem Lächeln hin und was uns der Schelm mit diesen Worten mitteilen wollte, wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben.

Nach der ersten Zugabe betrat dann auch endlich der Mann mit dem Dudelsack die Bühne um “Julia und die Räuber” zu spielen. Da gab es dann gar kein Halten mehr und wo vorher schon vereinzelt auf den Bänken getanzt wurde, gab es nun sogar einen netten Pulk direkt vor der Bühne in dem getanzt, gepogt und schlichtweg gefeiert wurde. Es folgten noch weitere Zugaben und nach gut zweieinhalb Stunden endete dieser herrliche Abend. Kurzum: Die Akustik in der Kirche war super, die Stimmung noch besser, die Band in bester Spiel- und Spaßlaune, was will man mehr? Die Antwort kann da eigentlich nur lauten: Eine weitere Tour mit einem erneuten Auftritt in der Christus Kirche Bochum.

Heidnischer Horror Tour – Essen Zeche Carl

Im Zuge der „Heidnischer Horror Tour“ bahnen sich die Pagan/Black Metal Fraktion Helrunar und die Horror/Gothic Metaller von The Vison Bleak ihren Weg durch Europa. Am 25.03 machten sie halt in der Zeche Carl in Essen. Auf die Unterstützung durch eine weitere Band, wie bei anderen Konzerten der Tour, wurde an diesem Abend verzichtet. Die etwas seltsame Kombination der Genres führte dann auch dazu das die Alte Kaue der Zeche bei beiden Bands nicht ganz gefüllt war, was schlicht und ergreifend daran gelegen haben dürfte, das die eine Hälfte der angereisten Fans eher schnellere, härtere Klänge bevorzugte und die andere Hälft eher den düsteren und gemächlicheren Tönen zugetan war.

An dieser Stelle sollen dann auch mal die Deadfall Groupies erwähnt werden, die uns natürlich gleich an die Wäsche wollten. Gut ganz so schlimm war es nicht, wir haben uns darauf beschränkt ein Bierchen zusammen zu heben. Grüße gehen somit raus an Keek und Chris.
Doch nun zur Musik.

So betraten Helrunar dann als Erste an diesem Abend die Bretter, zu den eisigen Winden von „Birke im Moor“. Seitens der vor der Bühne versammelten, heidnischen Mannen hatte man die Rituale gut einstudiert und so erscholl aus allen Kehlen gegen Ende des Intros „Hand die sich in Blätter krallt“. Dann legten die Münsteraner ordentlich los und boten genau das was man im Vorfeld, auf Grund der beiden genialen Alben „Gratr“ und „Frostnacht“ eigentlich schon erwarten konnte. Pagan Metal vom feinsten. Auf der Bühne wurde gemosht, die Menge wurde angeheizt, eine Bühnenpräsenz die eher nach 10 Jahren Erfahrung aussah und nicht nach einer Band die noch gar nicht mal so lange im Geschäft ist. Auch vor der Bühne flogen die Haare und man feierte die Jungs gebührend. Lediglich die hier und da eingestreuten Fans des anderen Lagers wirkten etwas steif und begutachteten das Treiben eher etwas skeptisch.

Das Songmaterial bildete einen gelungenen Querschnitt durch die Demo „Gratr“ und das Debütalbum „Frostnacht“. Sehr gelungen wurden auch die ganz großen Kracher der Alben, als da wären „Raunen mit der Tiefe“ nebst Intro „Der Fährtensucher“, „Seelenwinter“, „Mimmis Brunnr“, „Heiliges Feuer“, eingestreut. Als man dann die Bühne verlassen wollte, musste man sich jedoch den frenetischen Zugaberufen schnell beugen und legte mit „Dreifach Dorn“ noch mal einen drauf. Erneut ein Titel bei dem das Publikum zeigen durfte das es sich schon gut mit dem Songmaterial der Band auskennt.

Zum Helrunar Gig gibt es somit eigentlich nur zwei Wermutstropfen. Der Sound hätte etwas besser seien können, so wurde die Musik eingangs von etwas viel Hall begleitet und generell schlugen die Höhen im gesamten Konzertverlauf doch etwas großzügig zu. Zudem hätten die Jungs gut und gerne auch doppelt so lange spielen können, denn eine knappe Stunde entspricht nun wirklich nicht dem was die Band eigentlich verdient hätte.

Es folgte eine angenehm kurze Umbaupause in der recht schnell deutlich wurde, dass nun Musik eines anderen Schlages folgen würde. So wurden weitere Banner ausgerollt die eine Landschaft im Mondlicht und blätterlose Bäume zeigten. Zudem wurden zwei Mirkofonständer, die mit einer Art Rankengewächs verziert waren, auf die Bühne gestellt. Dies passte zu dem, was man sich im Vorfeld schon zu The Vision Bleak denken konnte. Hier wird nicht nur etwas fürs Ohr, nein es wird auch etwas fürs Auge geboten. Während sich einige der Helrunar Fans bereits aufmachten die örtlichen Biervorräte in Angriff zu nehmen, oder andere Lokalitäten in Essen unsicher zu machen, rückte nun das Publikum für die Horror Show an und wie auch zuvor füllte sich die Halle nur grob bis zur Hälfte, wenn ich auch der Meinung bin das bei Helrunar doch noch mehr Leute anwesend waren.

Mit dem Intro „A Shadow Rose“ betraten dann die bleich geschminkten Gestalten von The Vision Bleak die Theaterbühne und wurden recht frenetisch begrüßt. Das recht eingängige und druckvolle Drumming zum ersten Song „Kutulu!“ (in den Büchern von H.P. Lovecraft Cthulhu geschrieben) lies die Haare vor der Bühne passend im Takt fliegen. Die Gastmusiker an den Saiteninstrumenten ließen ebenfalls die Matte kreisen während Allen B. Konstanz am Mikro und Ulf Theodor Schwadorf eher auf die düsteren Showelemente konzentrierten und eine Mischung aus finsterem Geschichtenerzähler und Priester zelebrierten.

So ging sie dann los die Reise durch Geschichten diverser Horrorautoren, die den Beiden als Grundlage für ihre Musik dienen. Auch hier hatte, wie bereits bei Helrunar zuvor, mit leichten Soundproblemen zu kämpfen. So waren die Vocals zwischenzeitlich nur sehr schlecht, manchmal auch gar nicht zu hören und es kam zu gelegentlichen Rückkopplungen. Dies tat der guten Stimmung vor der Bühne jedoch keinen Abbruch und ein jeder Song wurde recht gut angenommen. Für meinen Teil muss ich gestehen das ich so meine Probleme mit The Vision Bleak habe. Die Idee hinter der Band ist wirklich gut, jedoch scheitert die Umsetzung für mich ein wenig dran das sich das Material doch etwas zu sehr ähnelt. Aber gut, es ist nun mal nicht ganz meine Musik, den Fans der Band hat es auf jeden Fall gefallen was da geboten wurde. So ließ man sich auch hier zu einer Zugabe nicht lange bitten und beendete somit ebenfalls nach einer guten Stunde die Aktivitäten auf der Bühne.

Ein recht gelungener Abend kann man somit sagen, wenn auch das Konzept der Tour, nämliche die beiden etwas gegensätzlichen Genres zu kombinieren, leider darin resultiert, das man wohl stehts damit kämpfen muss nur vor halbvollen Hallen zu spielen. Wer beide Musikstile mag kann hier jedoch nur noch über den Sound an diesem Abend klagen.

Negator – Starclub Mülheim

Black Metal ist Krieg, aber darf Black Metal auch Spaß machen?
Vorgruppen: IN COLD ETERNITY (Black/Death aus Castrop Rauxel) und HYSTERIA (Trash/Death aus Herten).

Der Star Club ist eine recht kleine Lokalität die damit wirbt Bistro, Restaurant, Club und Biergarten in sich zu vereinen. Da stellt sich vorab schon mal die Frage ob das der passende Ort ist um Vertreter der extremeren Metalstile auf die Bühne zu schicken. Doch kaum hat man das Haus betreten merkt man schon das es zwar nur eine recht kleine Bühne bietet, aber durchaus geeignet ist für Konzertveranstaltungen dieser Art. Das dachten sich auch einige andere Verfechter der schnellen Blastbeat Attacken und so versammelte sich eine recht gut überschaubare Menge im Star Club. Möglicherweise wurde etwas zu wenig Promotion im Vorfeld gemacht, auf jeden Fall hätten es durchaus noch ein paar mehr seien dürfen.

Das Los der ersten Band an diesem Abend fiel auf IN COLD ETERNITY die ich mir bereits im vergangenen Jahr, im Zuge der Darkrise Metal Night zu Gemüte führen durfte. Die Mannen aus Castrop-Rauxel bewegen sich bereits seit dem Jahre 2002 in den musikalischen Gefilden zwischen Black und Death Metal und haben sich im Ruhrgebiet durchaus schon einen Namen gemacht. Mit einer deutlichen Verspätung von fast 30 Minuten betraten die Jungs nach einem düsteres Intro gepaart mit etwas Boddennebel um die richtige Stimmung zu kreieren dann endlich die Bretter und legten mit ihrer Mischung aus Black und Death los. Zunächst noch etwas gebremst, da auf Grund von Soundproblemen auf die zweite Gitarre verzichtet werden musste, aber dann beim zweiten Song konnte man in voller Stärke aufspielen. Vor der Bühne war die Stimmung zwar noch etwas verhalten, aber auf der Bühne lieferte man, in Anbetracht des etwas beschränkten Platzes, doch schon eine recht passable Show ab. Da wurde gebangt und gespielt was die Finger hergaben. Lediglich die Vocals aus Saschas Kehle kamen hin und wieder etwas dünn rüber, was aber auch ein Soundproblem gewesen seien könnte, denn seine Sangesleistungen im FZW Dortmund vor nicht ganz einem Jahr war doch etwas besser. Die Stimmung verbesserte sich mehr und mehr und man hatte wohl auch eine kleine Fangemeinde im Schlepptau, den es waren durchaus Rufe nach einigen ausgewählten Songs zu hören. Für “Eye of the Storm” griff man dann noch auf gesangliche Unterstützung zurück, wie einst auch bei der Dark Metal Night. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde es dann doch ein recht runder Auftritt der Spaß und Lust auf mehr gemacht hat.

Nach einer etwas längeren Umbaupause betrat dann mit HYSTERIA die zweite Band des Abends die kleine Bühne um mit ihrem Sound die Stimmung für den Hauptact noch einmal mehr einzuheizen. Soundprobleme gab es hier nicht wie zuvor, also konnte man gleich mit voller Wucht aufspielen. Leider muss ich hier sagen das mich die Band nicht ganz so überzeugen konnte. Das Gitarrenspiel an sich war technisch durchaus auf hohem Niveau, das Drumming ebenfalls, doch wollte das Material durch seine vielen Breaks einfach nicht so recht gefallen. Hier waren mir die Thrash Elemente einfach zu stark ausgeprägt und auch etwas unpassend gesetzt. Der Gesang, welcher sich gänzlich in typischen Black Metal Gekeife bewegte, kam etwas zu dünn rüber und wollte auch nicht so recht gefallen. Die Stimmung vor der Bühne war, wie auch bei den Vorgängern geprägt von vereinzeltem Moshen und man konnte wohl auch hier auf eine kleine Fanschar zurückgreifen. Keiner der Songs war jedoch so richtig eingängig und konnte so mich wirklich überzeugen. Vielleicht sollte man sich Seitens der Band überlegen die Black Metal Komponente doch etwas stärker hervorzuheben, womöglich bin ich aber auch nur einfach der Falsche für diese Art von Musik, denn die Jungs hatten auch ihre Fans, das soll hier keineswegs verschwiegen werden.

Es folgte eine wirklich ziemlich lange Umbaupause von nahezu einer Stunde, was zum Teil aber auch daran lag, das man das Drumset komplett umrüsten musste. So stand nun auch zum ersten Mal an diesem Abend eine Doublebass Drum auf dem Podest und einige Hi-Hats mehr als zuvor gesellten sich ebenfalls mit dazu. Somit wurde die Warterei auf NEGATOR schon etwas zur Geduldsprobe, denn schließlich fieberte man den Hamburgern ja doch schon ordentlich entgegen, nachdem sie mit “Old Black” ein verdammt gutes Erstlingswerk und mit “Die eisernen Verse” im letzen Jahr einen Black Metal Kracher abgeliefert haben, der seines Gleichen sucht. Doch dann endlich gingen die Lichter aus und die Band schickte sich an ihren Siegeszeug weiterzuführen.

Mit dem Opener “Free Bird” ging es dann auch direkt ans Eingemachte und es wurde, im Vergleich zu den Vorgruppen, merklich schneller. Doch wie auch schon zuvor gab es auch bei NEGATOR Soundprobleme. Schon nach kurzer Zeit fiel das Mikro von Nachtgarm aus und wollte keine Vocals mehr auf die Boxen geben. Man spielte erst mal weiter, aber Nachtgarm war von dieser Panne schon sichtlich angefressen. Nicht umsonst ist auf der Homepage zu lesen dass ihm Soundprobleme so ganz und gar nicht in den Kram passen. Glücklicherweise konnte man jedoch für Ersatz sorgen und die Show konnte weitergehen. Auf dem Plan stand mit “Old Stigma” dann auch ein richtiger Kracher vom neuen Album und man fegte nur so durch den Saal. Die Haare flogen vor der Bühne und es ist nur anzumerken das sich Räumlichkeiten, wie schon den ganzen Abend lang, leider nicht bis zum Anschlag gefüllt hatten. Kamen die ersten beiden Bands noch aus dem Ruhgebiet und konnten somit auf die direkte Unterstützung bauen die ihre Bekanntheitsgrad im Pott ihnen bietet, mussten NEGATOR erst einmal damit kämpfen sich neue Fans zu erspielen. Und das gelang ihnen auch recht gut, denn es war deutlich mehr Bewegung in Publikum zu verzeichnen als zuvor. Somit spielte man also recht munter einen gelungenen Eintopf der beiden Alben und konnte trotz weitere leichter Soundprobleme überzeugen. Nachtgarm zeigte was es heißt Stimmvolumen zu besitzen und schrie sich die Seele aus dem Leib, Tramheim prügelte nur so auf die Felle ein und trotzdem hatte man irgendwie das Gefühl er käme dabei noch nicht vollends an seine Grenzen. Berthelm, Trolfbert und Unholz, die Männer an den Saiteninstrumenten hatten auch sichtliche Freude am Spiel und gaben ihr Bestes. Insbesondere Bandgründer und Songwriter Trolfbert konnte sich das Grinsen des Öfteren nicht verkneifen. Ja man kann es nicht anders sagen, die Jungs auf der Bühne hatten ihren Spaß und schafften es auch ganz ohne Black Metal Klischees wie Corpsepaint, Nieten oder Kunstblut ihren Status als aufstrebende Größe im extremen Sektor des Metals zu untermauern.

Hervorzuheben ist auch noch das Gloomy Sunday, ein weiter Song des aktuellen Albums, live noch deutlich besser rüberkommt als auf dem Album. Nun folgte Kracher auf Kracher. Mit “The Unholy Halls Of Etrnal Frost” bot man die wohl eingängigste und schönste Melodie und mit dem darauf folgenden “Eisen wieder Siechtum” dann den Song der die Halle sprichwörtlich endgültig in Schutt und Asche legte, einfach nur genial. Man wandelte weiter auf des Kriegers Pfaden mit der Infanterist, einem Killerstück vom Erstlingswerk, kam dann nach kurzem kurzen Zwischenspiel betitelt mit Interludium zum letzen Teil der Show. Ärgerlicherweise fiel dann noch Unholz Gitarre den Soundproblemen zum Opfer und beinahe hätte auch Trolfbert nicht mehr in die Saiten greifen können, doch dies konnte noch umgangen werden. Somit musste man um einen Mann geschwächt die Zugabe in Form von “Die Eherne Replik” antreten worüber man seitens der Band verständlicher Weise nicht sonderlich erfreut war.

Die abschließende Forderung kann als nur lauten: gebt der Band einen ordentlichen Sound und sorgt für mehr Publikum. Mit NEGATOR steht eine Band bereit, die es mehr als nur verdient hat auch mal in den Genuss größerer Massen zu kommen. Ein jeder der rasend schnellen Klängen nicht abgeneigt ist und die Chance hat die Jungs zu sehen sollte diese wahrnehmen, denn trotz aller technischen Probleme war es einfach nur geil. Es bleibt zu hoffen das der Auftritt auf dem diesjährigen Dong Open Air für den Fünfer aus dem hohen Norden so verläuft wie es die Jungs verdient haben.

Setlist:
Free Bird
Old Stigma
Türme
Science Of Nihil
Gloomy Sunday
The Unholy Halls Of Eternal Frost
Eisen Wieder Siechtum
Infanterist
Interludium
Katharsis
Honour Demise
Zugabe:
Die Eherene Replik

Besondere Erwähnung soll hier noch der Merchandise Stand von NEGATOR finden. Wo sonst findet man solch Kompetente Beratung, vor allem in Form von Sabrina, Unholz und Nachtgarm, die es sich als Band nicht nehmen ließen ihre Produkte gekonnt an den Mann zu bringen. Da wurde das Material der Shirts angepriesen “Hier fühl mal die Qualität” und mit gekonnten Argumenten der Kunde überzeugt “Wenn wir jetzt ein Shirt kaufen haben wir kein Geld mehr für Bier.” “Nun ja so ein Bier hält nur einen Abend, ein NEGATORshirt ein Leben lang!”. Wer kann da Nein sagen? Falls ihr also auch mal einen NEGATOR Auftritt besuchen solltet, dann immer mal hin zum Merchandise Stand und rein ins Verkaufsgespräch.