Bowmore Enigma

Einen Bowmore, ja den hatte ich schon lange ins Auge gefasst. Irgendwie gefiel mir der einfache, aber kräftige Name. Und da nun die 1l Flasche des Enigma gerade sehr günstig zu haben war, musste ich dann auch zuschlagen.

Somit versuche ich mich nun mal an einem laienhaften Tasting:

Farbe
Wenn es nur um die Farbe in der Flasche ginge, hätte der Bowmore deutlich gewonnen. Er kommt herrlich rot-braun daher und ist einfach ein schöner Anblick. Hier finde ich es echt nett das der Hersteller auf eine farblose Flasche gesetzt hat. Ist halt auch mit Farbstoff, aber wenn ich mich recht entsinne der Lagavulin auch. Nur setzt man bei dem auf eine gefärbte Flasche womit das dunkle Braun gar nicht so durch kommt. Im Glas wendet sich dann das Blatt. Hier kann der Lagavulin doch etwas besser auftrumpfen.

Nase
Leichter Torf, nette Sherry Note wenn auch nicht zu dominnt. Nach einiger Zeit im Glas und etwas Anwärmen mit der Hand kommt eine gute Rauchnote hinzu. Wirkt recht ausgewogen, Alkohol nicht zu stark im Vordergrund verglichen z.B. mit Talisker.Je länger er im Glas ist, desto deutlicher wird der Rauch und auch der Sherry agt sich wieder vor.

Gaumen
Erster Schluck: überraschend deutlicher und recht scharfer Alkohol. Hätte ich nicht erwartet. Ok nix gegen die Schärfe vom Talisker (an dem sich wohl die Meisten messen müssen), aber doch ordentlich. Also nix für Einsteiger. Dann kommt erst mal recht wenig und es bleibt in der Tat ein wenig “Enigma” zurück. Sprich der erste Eindruck ist etwas enttäuschend. Vom Sherry kommt wenig rüber, der Torf ist auch nicht so präsent. Im Gegensatz zu einem Lagavulin oder Caol Ila lange nicht so “ölig” und er wirkt auch erst mal wenig komplex. Da rätselt man halt was viele Leute daran so toll finden.

Zweiter Schluck: der Alkohol wird zurückgedrängt und er schmeckt “vorne” recht angenehm, ja fast mild. Entweder hat der erste Schluck mit viel Alkohol alles betäubt, dass nun alle so sanft auf der Zunge liegt, oder er braucht halt einfach so seine 15min um sich im Glas zu entfalten. Im Abgang dann zunächst unspannend, dann aber doch deutlich rauchig. Wo der Laphroaig meist eine zu gleichen Teilen interessante wie auch etas eklig klingende Note von Modrigkeit zurück lässt, liegt beim Bowmore warmer Rauch auf der Zunge. Und das nicht zu knapp. Aber der Geschmack ist angenehm, nicht so extrem präsent wie beim BenRiach Curiositas, bei dem ich immer sage man kann auch direkt ne Zigarre fressen. Hier kommt der Bowmore an sich ganz gut weg.

Dritter Schluck: Alkohl noch etwas schwächer, dafür der Rauch umso stärker und nachhaltiger. Was ein langer Abgang. Definitiv ein Whisky zum lange genießen. Wo bei einigen Kandaidaten schon nach ner Minute kaum noch was da ist, hat der Bowmore locker 10min noch was zu bieten wie ich meine. Muss man aber auch mögen das die Zunge etwas länger zwischen “pelzig” und “warmem Rauch” pendelt. In den Tasting Notes liest man “leicht salzig” was ich durchaus unterschreiben würde…leicht…sehr leicht…

Fazit
Ich bin zwar von der Sherry Note etwas enttäuscht, denn davon ist in meinem Mund bisher nicht viel angekommen, aber dennoch ist der Bowmore recht interessant und vor nachhaltig. Wo ein Glenfiddich ruck zuck verpufft, hat man hier extrem lange etwas von dem Schluck (ab dem Zweiten gezählt). Bei einem Literpreis von aktuell nicht mal 30€ kann man da nicht meckern. Ich hätte es nur gerne noch etwas komplexer gehabt. Das es der Bowmore schaffen würde mir meine Favoriten Lagavulin und Caol Ila vom Tron zu stoßen hätte ich eh nicht gedacht. Vom Zitronengras (laut Tasting Notes) oder eben dem Sherry habe ich kaum bis gar nichts geschmeckt muss ich sagen. Da muss auf jeden Fall noch eine weitere Probe her.

Nachtrag
Wenn man lange genug wartet, bis der Rauch im Mund weg ist (10-15min) dann kommt plötzlich etwas Kirsche. Sehr amüsant irgendwie. Also für mich stimmt der Name “Enigma” schon mal. Denn so “kurios” der BenRiach ist (kenne nix was so dermaßen rauchig ist, dass am nächsten Tag das Wohnzimmer riecht als hätten da 2-3 Raucher gesessen), so seltsam kommt der Bowmore daher. Fast so als könne er sich nicht entscheiden was er sein will

Caol Ila 12 yo

Im letzten Jahr war ich auf der Suche nach “neuem” Stoff und stand unentschlossen vor einem gut gefüllten Whisky-Regal. Da sprach mich jemand von den Friends of the Classic Malts an, der gerade ein kleines Tasting durchführte.

Zum probieren gab es:
- einen Dalwhinnie der mir persönlich aber zu leicht und daher doch etwas zu langweilig war
- ein Knockando, wenn ich mich recht entsinne der mir aber auch nicht so in Erinnerung geblieben ist
- und eben den Coal Ila 12y

Letztere sei recht neu in der Palette wurde mir mitgeteilt und da ich mich zuvor für den Lagavulin 16y interessiert hatte, könnte er mir wohl schmecken.

Ja was soll ich sagen, in der Tat er schmeckte vorzüglich. Genau so etwas hatte ich gesucht. Recht torfig aber nicht unbedingt ein “Tormonster” und einfach ein herrlicher Geschmack. Und auch wenn ich mir selnbst etwas seltsam dabei vorkomme ein Getränk mit solchen Begriffen zu belegen, aber für mich schmeckt er in der Tat nach Wald. Und zwar nach dem Geruch/Geschmack den ein Wald nach einem ordentlichen Regenguß so abgibt. Auch wenn es wenig appetitlich klingen mag, der Caol Ila schmeckt nach leicht modrigem Holz und Rauch.

Einfach herrlich, neben dem Lagavulin 16y bisher mein liebster Whisky und eine Flasche davon werde ich wohl wenn möglich immer im Regal haben.

Lagavulin 16 yo

Egal wo man sich einliest und egal wo man in Sachen Whisky hinkommt, um den Namen Lagavulin kommt man selten herum. Allein schon deshalb ging für mich direkt eine gewisse Faszination von dem Getränk aus. Da er mit einem Preis von ~50€ für einen Anfänger und nicht gerade so passionierten Sammler wie mich aber doch eine durchaus ordentliche Hürde aufzuweisen hat, fand er zunächst noch nicht den Weg in meine Sammlung und bleib eher ein Spukgespenst in meinem Kopf.

Doch dann kam ein sehr guter Freund aus einem Schottland Urlaub zurück und brachte mir netterweise eine 0,2l Flasche Lagavulin 16y mit. Ich hab mich gefreut wie ein Schneekönig und musste dann auch mal schnellstmöglich kosten, allein um schon um endlich mal zu wissen ob er den Vorschußlorbeeren gerecht werden kann.

Ja er kann es definitiv.
Irgendwie passt beim Lagavulin für mich alles. Der Geruch, der Geschmack, der lang anhaltende Abgang. Einfach herrlich und vom Gesamteindruck noch etwas besser als mein bisher favorisierter Caol Ila 12y.

Beschreibungendes Geschmacks lassen sich zu Hauf finden und ich lasse hier lieber einmal Whisky24.de sprechen (viel Spaß).

Die kleine 0,2l Flasche war leider viel zu schnell geleehrt doch zum Glück kam an meinem Geburtstag als Geschenk die große Flasche daher.

Und auchwenn gute 50€ schon eine ordentliche Summe sind, für mich ist er jeden Cent wert!